Neuseeland 2014 – Cape Reinga, die Bay of Islands und unser Abschied
Charly ·
Nach den Weihnachtstagen mit der Familie machten wir uns noch einmal auf den Weg. Für die letzten Tage mit unserem Mietwagen ging es weit hinauf in den Norden – zum 90 Mile Beach und zum Cape Reinga.
Schließlich wollten wir unsere verbleibende Zeit in Neuseeland noch einmal richtig auskosten.
Beim Herrn des Waldes
Auf unserem Weg weiter in den Norden machten wir noch einen Zwischenstopp im Waipoua Forest.
Hier steht einer der berühmtesten Bäume Neuseelands: Tāne Mahuta, der „Herr des Waldes“.
Und bei dem Namen erwartet man natürlich auch einen entsprechenden Baum.
Wir wurden nicht enttäuscht.
Tāne Mahuta ist der größte bekannte noch lebende Kauri Neuseelands. Er ist über 50 Meter hoch, sein Stamm hat einen Umfang von fast 14 Metern und allein bis zu den ersten großen Ästen sind es knapp 18 Meter.
Wie alt er genau ist, weiß niemand. Die Schätzungen reichen von ungefähr 1.250 bis 2.500 Jahren.
Wenn man davorsteht, sind solche Zahlen allerdings sowieso schwer vorstellbar.
Vor allem der Stamm ist gewaltig. Erst wenn Menschen danebenstehen, bekommt man überhaupt ein Gefühl dafür, wie groß dieser Baum tatsächlich ist.
Sein Name stammt aus der Māori-Überlieferung. Tāne ist der Sohn von Ranginui, dem Himmelsvater, und Papatūānuku, der Erdmutter. Der Überlieferung nach trennte Tāne seine eng umschlungenen Eltern voneinander und brachte damit Licht in die Welt. Anschließend bedeckte er seine Mutter mit dem Wald. Die Lebewesen des Waldes gelten als seine Kinder.
Damit bekommt der Name „Herr des Waldes“ plötzlich noch einmal eine ganz andere Bedeutung.
Schon bevor wir zu Tāne Mahuta kamen, wurde deutlich, wie empfindlich diese riesigen Bäume eigentlich sind. Die feinen Wurzeln der Kauri verlaufen dicht unter der Erdoberfläche und können bereits dadurch beschädigt werden, dass Menschen abseits der angelegten Wege über sie laufen.
Und noch eine Gefahr bedroht die Kauri: Kauri Dieback, eine Krankheit, die das Wurzelsystem befällt und für die Bäume tödlich enden kann. Der Erreger kann mit winzigen Erdresten weitergetragen werden – unter anderem an den Schuhen.
Deshalb hieß es für uns vor dem Betreten des Waldes erst einmal:
Schuhe sauber machen.
Dafür gab es direkt am Weg eine eigene Reinigungsstation mit Bürsten und Desinfektionsmittel.
Ein bisschen ungewöhnlich fühlt es sich schon an, seine Schuhe zu desinfizieren, bevor man einen Baum besuchen geht.
Wenn man anschließend vor Tāne Mahuta steht, versteht man allerdings ziemlich schnell, warum man sich diese Mühe macht.
Von den riesigen Kauri-Wäldern, die einst große Teile des nördlichen Neuseelands bedeckten, ist nur noch ein Bruchteil erhalten. Viele Bäume wurden wegen ihres wertvollen Holzes gefällt. Der Waipoua Forest gehört heute zu den bedeutendsten verbliebenen Kauri-Wäldern des Landes.
Und mittendrin steht dieser eine Baum.
Seit weit über tausend Jahren.
Da wirken unsere paar Wochen in Neuseeland plötzlich ziemlich überschaubar.
Unsere Unterkunft in Kaitaia
Unsere Unterkunft in Kaitaia hatten wir bereits im Voraus gebucht. Begrüßt wurden wir von Alistair, der uns freundlich unser Zimmer zeigte.
Besonders viele Erinnerungen an die Unterkunft selbst sind uns nicht geblieben. An das Frühstück am nächsten Morgen dafür umso mehr.
Wir saßen draußen auf einer Terrasse und Alistair bereitete das Frühstück persönlich für uns zu. Es gab Bacon, Eier und eine gebratene Tomate.
Michel hätte wahrscheinlich lieber noch ein Brötchen dazu gehabt.
Aber es war wirklich lecker und genau der richtige Start in einen langen Tag.
Nachdem wir fertig waren, wurden wir direkt vor unserer Unterkunft vom Bus abgeholt. Wir hatten eine geführte Tour gebucht, die uns über den 90 Mile Beach, zu den Te Paki Sand Dunes und anschließend zum Cape Reinga bringen sollte.
Unser Mietwagen durfte währenddessen bei Alistair stehen bleiben.
Mit dem Bus über den 90 Mile Beach
Nachdem alle anderen Teilnehmer eingesammelt worden waren, legten wir zunächst einen kurzen Zwischenstopp bei einem Kauri-Museum ein.
Danach ging es endlich in Richtung 90 Mile Beach.
Irgendwann endete die Straße – und unser Bus fuhr einfach auf dem Strand weiter.
Der 90 Mile Beach wird tatsächlich als Verkehrsweg genutzt. Trotz seines Namens ist er allerdings keine 90 Meilen, sondern ungefähr 88 Kilometer lang.
Mit dem eigenen Fahrzeug kann man dort ebenfalls fahren. Bei Mietwagen ist das jedoch häufig ausgeschlossen und ohne geeignetes Fahrzeug würden wir es ohnehin nicht versuchen.
Wir waren deshalb ganz froh, in einem Bus zu sitzen.
Und Michel konnte die Landschaft ausnahmsweise einmal genießen, ohne selbst fahren zu müssen.
Das Wetter zeigte sich zunächst nicht von seiner besten Seite. Trotzdem war es ein besonderes Gefühl, mit dem Bus direkt am Meer entlangzufahren.
Hier und da machten wir eine Pause, bevor wir schließlich die riesigen Te Paki Sand Dunes erreichten.
Sandboarding auf den Te Paki Sand Dunes
Am Fuß der Dünen wurden die Sandboards verteilt.
Dann mussten wir erst einmal nach oben.
Mit einem Board in der Hand eine riesige Sanddüne hinaufzukraxeln, ist deutlich anstrengender, als es von unten aussieht. Der Sand rutschte ständig unter unseren Füßen weg und machte jeden Schritt doppelt mühsam.
Oben angekommen legten wir uns auf die Boards und fuhren die Düne hinunter.
Vorher wurden wir noch eindringlich darauf hingewiesen, Hände und Arme möglichst dicht am Körper zu behalten.
So ganz genau wollten wir lieber nicht erfahren, welche Erfahrungen zu dieser Warnung geführt hatten.
Die Abfahrt machte jedenfalls so viel Spaß, dass wir beide gleich noch ein zweites Mal fuhren.
Dummerweise bedeutete eine zweite Abfahrt natürlich auch, dass wir mit den Boards noch einmal die komplette Düne hinaufkraxeln mussten.
Aber zweimal musste einfach sein.
Hier kommt Michel die Düne hinuntergerutscht:
Weiter zum Cape Reinga
Anschließend stiegen wir wieder in den Bus und fuhren weiter zum Cape Reinga.
Als wir dort ankamen, hatten sich die Wolken endlich verzogen und das Wetter war richtig schön geworden.
Cape Reinga ist übrigens nicht ganz der geografisch nördlichste Punkt Neuseelands. North Cape liegt noch etwas weiter nördlich, ist allerdings ein wissenschaftliches Schutzgebiet und für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Für uns spielte das in diesem Moment ohnehin keine große Rolle.
Besonders beeindruckte uns die unglaubliche Weite. Es war nicht nur der Ausblick, sondern vor allem das Gefühl, dort oben zu stehen, den Wind zu spüren und auf das Wasser hinauszusehen.
Dieses Gefühl lässt sich nur schwer beschreiben.
Vielleicht ist uns genau deshalb bis heute so deutlich in Erinnerung geblieben, wie besonders dieser Ort auf uns wirkte.
Ein spiritueller Ort
Cape Reinga heißt auf Māori Te Rerenga Wairua und besitzt eine große spirituelle Bedeutung.
Nach der Überlieferung der Māori reisen die Seelen der Verstorbenen die Küste hinauf bis zu einem alten Pōhutukawa-Baum am Kap. Von dort treten sie ihre letzte Reise in die Heimat ihrer Vorfahren an.
Auch die Tasmansee und der Pazifische Ozean treffen in der Nähe des Kaps aufeinander. Vom Aussichtspunkt konnten wir sehen, wie die Strömungen gegeneinanderliefen und sich auf dem Wasser Verwirbelungen bildeten.
Aber es waren weniger die einzelnen Erklärungen, die diesen Ort für uns besonders machten.
Es war die Weite.
Und dieses schwer zu beschreibende Gefühl, dort zu stehen.
Obwohl recht viel los war, genossen wir den Moment und machten natürlich jede Menge Fotos.
Danach fuhr unser Bus noch zu einer kleinen Bucht, in der wir gemeinsam zu Mittag aßen. Wer wollte, konnte dort schwimmen gehen. Außerdem gab es kalte und warme Getränke.
Anschließend mussten wir wieder zurück nach Kaitaia.
Dort wurden wir direkt an unserer Unterkunft abgesetzt und konnten mit unserem Mietwagen weiterfahren.
Auf zur Bay of Islands
Unser nächstes Ziel war die Bay of Islands.
Wir übernachteten im Motel Russell. Es war die teuerste Unterkunft unserer gesamten Neuseelandreise – allerdings leider nicht die beste.
Am Abend liefen wir in den Ort, holten uns Fish and Chips und aßen sie direkt am Steg.
Die waren wirklich richtig gut.
Am nächsten Mittag schlenderten wir noch einmal durch Russell. Ich wollte eine Pavlova und Michel hatte Lust auf einen Burger.
Während ich mit meiner Wahl zufrieden war, konnte man das von Michels Essen nicht unbedingt behaupten.
Was er bekam, hatte mit einem Burger nur sehr entfernt etwas zu tun.
„Toast mit Frikadelle“ beschreibt es deutlich besser.
Was machen wir heute eigentlich?
An unserem letzten Tag im hohen Norden wussten wir nicht so recht, was wir unternehmen wollten.
Wir überlegten eine ganze Weile und entschieden schließlich, dass wir gerne noch etwas auf dem Wasser machen würden. Vielleicht Kanu fahren oder eine Bootstour.
Also fuhren wir zur i-SITE in Paihia, um uns beraten zu lassen.
Die Mitarbeiterin erklärte uns allerdings, dass an diesem Tag bereits alle Touren auf und im Wasser ausgebucht waren.
Eigentlich sogar fast alles andere.
Das Einzige, was sie uns noch anbieten könne, wäre ein 20-minütiger Helikopterflug über die Bay of Islands.
Ein Helikopterflug?
Der war eigentlich viel zu teuer und ganz sicher nicht das, wonach wir gefragt hatten.
Dummerweise sind Michel und ich beide nicht besonders gut darin, in solchen Situationen einfach Nein zu sagen.
Wir wechselten einige Blicke.
Und buchten den Flug.
Vermutlich weniger, weil wir schon immer unbedingt gemeinsam in einen Helikopter steigen wollten. Wahrscheinlich wollten wir einfach irgendwie aus diesem Gespräch wieder herauskommen.
Diese Schwäche von uns ist sicher nicht immer besonders hilfreich.
In diesem Fall bescherte sie uns allerdings ein Erlebnis, das wir so schnell nicht vergessen würden.
Wer uns also einmal etwas verkaufen möchte, sollte uns am besten in einer etwas ungewöhnlichen Situation ein Angebot machen.
Die Chancen stehen offenbar gar nicht so schlecht.
Unser erster Helikopterflug
Für uns beide war es der erste Flug in einem Helikopter.
So richtig aufgeregt waren wir zunächst noch gar nicht. Das änderte sich erst, als wir draußen standen und der Helikopter vor uns landete.
Er sah überraschend klein aus.
Gleichzeitig spürten wir durch den Wind der Rotorblätter, wie unglaublich viel Kraft in dieser kleinen Maschine steckte.
Spätestens jetzt wurde uns bewusst, worauf wir uns da gerade eingelassen hatten.
Die ersten Minuten des Fluges waren wir noch ziemlich aufgeregt. Sobald der Helikopter etwas höher gestiegen war, verflog die Anspannung aber langsam.
Unter uns lagen unzählige kleine Inseln, dazwischen immer wieder Boote und überall Wasser.
Es war einfach wunderschön.
Nur leise war dieses Erlebnis ganz und gar nicht. Im Helikopter war es während des gesamten Fluges ziemlich laut.
Trotzdem konnten wir den Ausblick genießen und waren anschließend sehr froh darüber, dass wir in diesem Gespräch mal wieder nicht rechtzeitig Nein gesagt hatten.
Diesen Flug würden wir garantiert nicht so schnell vergessen.
Zurück in Auckland
Nachdem wir den Norden wieder verlassen und unseren Mietwagen beim Vermieter abgegeben hatten, blieben uns noch einige Tage in Auckland.
Natürlich war ich immer noch auf der Suche nach einer richtig guten Pavlova.
Fündig wurde ich zwar erneut nicht, dafür entdeckten wir bei Milse am Britomart ein Dessert namens Bombe Alaska.
Darin steckten Himbeer- und Vanilleeis, überzogen mit weißer Schokolade und einer Schicht Meringue.
Es schmeckte noch besser, als es sich anhört.
Für die anderen Desserts blieb uns leider keine Zeit mehr.
Die mussten also ebenfalls auf unsere immer länger werdende „Beim nächsten Mal“-Liste.
Unser etwas kurzer Ausflug nach Waiheke Island
Meine Tante hatte uns immer wieder daran erinnert, dass wir doch noch nach Waiheke Island wollten.
Inzwischen waren wir allerdings vollständig im neuseeländischen Entspannungsmodus angekommen.
Wir ließen uns Zeit, fuhren irgendwann los – und hatten dabei irgendwie verpeilt, dass Silvester war.
Erst auf der Fähre fiel uns auf, wie viele auffällig gut gelaunte und feierbereite Menschen gemeinsam mit uns auf die Insel übersetzten.
Offenbar wollten sie Silvester auf Waiheke feiern.
Und offenbar waren wir die Einzigen, die darüber vorher nicht nachgedacht hatten.
Nachdem wir von der Fähre gestiegen waren, liefen wir zunächst ein wenig herum und folgten schließlich den anderen Menschen in den nächsten Ort.
Da wir noch nichts gegessen hatten, gingen wir in eine Bar und bestellten uns eine Pizza und etwas zu trinken.
Währenddessen waren die Betreiber draußen vollständig mit den Vorbereitungen für die Silvesterfeier beschäftigt.
Irgendwann schauten Michel und ich uns an.
„Mist, es ist Silvester.“
Langsam ging uns ein Licht auf.
Wir hatten überhaupt nicht nachgesehen, wann an diesem Tag die letzte Fähre zurück nach Auckland fuhr.
Also prüften wir lieber schnell die Abfahrtszeiten, bezahlten und machten uns schon wieder auf den Weg zum Anleger.
Das war unser Ausflug nach Waiheke Island.
Wir waren mit der Fähre hingefahren, ein wenig herumgelaufen, hatten Pizza gegessen, etwas getrunken – und fuhren anschließend wieder zurück.
Immerhin konnten wir nun behaupten, dort gewesen zu sein.
Für alles andere gab es schließlich unsere „Beim nächsten Mal“-Liste.
Silvester am anderen Ende der Welt
Den Silvesterabend verbrachten wir gemeinsam mit meinen Cousins Sam und David auf dem Mount Hobson.
Von dort oben hatten wir einen großartigen Blick über Auckland und freuten uns bereits auf das Feuerwerk.
In Deutschland wurde schließlich schon Tage vorher geböllert und überall konnte man Feuerwerk kaufen.
In Neuseeland hatten wir davon kaum etwas mitbekommen.
Private Feuerwerkskörper werden dort hauptsächlich für wenige Tage rund um die Guy Fawkes Night im November verkauft. Zu Silvester sahen wir deshalb nur vereinzelt private Raketen am Himmel.
Das große Feuerwerk wurde in diesem Jahr am Sky Tower gezündet.
Von unserem Platz auf dem Mount Hobson konnten wir es gut sehen und gemeinsam ins neue Jahr starten.
Ein Jahreswechsel am anderen Ende der Welt.
Jetzt heißt es Abschied nehmen
Am 1. Januar 2015 sollte unser Rückflug nach Deutschland starten.
Nach vielen Wochen voller Erlebnisse mussten wir uns nun tatsächlich von Neuseeland und unserer Familie verabschieden.
Unser Gepäck wurde im Auto verstaut und wir machten noch einige gemeinsame Familienfotos.
Da meine Familie nur ungefähr 20 Minuten vom Flughafen entfernt wohnte, konnten wir die gemeinsame Zeit und das sommerliche Wetter bis zum letzten Moment genießen.
Als wir am Flughafen ankamen, merkten wir allerdings sofort, dass irgendetwas nicht stimmte.
Überall standen aufgebrachte Menschen.
Dann schauten wir auf die Anzeigetafel.
Dort wurde für unseren Flug plötzlich eine neue Zeit angezeigt: 10:30 Uhr.
Uns traf der Schreck.
Hatten wir tatsächlich unseren Rückflug verpasst?
Wir hatten in den letzten Tagen nicht mehr überprüft, ob sich die Flugzeiten geändert hatten.
Sofort gingen uns alle möglichen Fragen durch den Kopf.
Wo sollten wir jetzt so kurzfristig einen bezahlbaren Flug herbekommen?
Es war Donnerstag und am Montag mussten wir wieder arbeiten.
Zum Glück waren mein Onkel und meine Tante mit uns am Flughafen. Gemeinsam gingen wir zum ziemlich vollen Schalter von Malaysia Airlines und fragten nach.
Dort erfuhren wir, dass es technische Probleme mit der Maschine gab.
Unser Flug war tatsächlich auf 10:30 Uhr verschoben worden – allerdings nicht auf einen früheren Zeitpunkt an diesem Tag.
Er sollte erst am 2. Januar starten.
Wir hatten unseren Flug also nicht verpasst.
Stattdessen bekamen wir einen zusätzlichen Tag in Auckland geschenkt.
Ein unerwarteter Strandtag
Malaysia Airlines stellte uns für die zusätzliche Nacht ein Hotelzimmer direkt gegenüber vom Flughafen zur Verfügung.
Nun mussten wir uns entscheiden: Blieben wir im Hotel oder fuhren wir noch einmal mit unserer Familie mit?
Wir entschieden uns einfach für beides.
Zuerst brachten wir unser Gepäck ins Hotel. Anschließend fuhren wir gemeinsam mit meinen Cousins an einen Strand.
Da der 1. Januar auch in Neuseeland ein Feiertag ist, waren wir dort nicht allein.
Ähnlich wie bei den Franklin Road Christmas Lights standen wir schon ein gutes Stück vorher im Stau. Also parkten wir etwas weiter entfernt und liefen den Rest des Weges.
An diesem Tag legten wir uns zum ersten Mal während unserer gesamten Reise einfach nur an den Strand.
Warum hatten wir das eigentlich nicht schon früher einmal gemacht?
Nun ja.
Beim nächsten Mal.
Am Abend aßen wir noch einmal gemeinsam Fish and Chips.
Danach mussten wir uns endgültig von meiner Familie verabschieden und fuhren zurück ins Hotel.
Diesmal sollte es am nächsten Morgen aber wirklich nach Hause gehen.
Jetzt aber wirklich
Nach dem Frühstück holten wir unser Gepäck und gingen hinüber zum Flughafen.
Auf der Anzeigetafel stand, dass es noch etwas dauern würde, bis der Check-in öffnete. Wie viele andere Passagiere stellten wir uns trotzdem schon einmal an.
Was sollten wir auch sonst machen?
Also warteten wir.
Und warteten.
Auch zur angekündigten Zeit passierte nichts.
Irgendwann wurde angezeigt, dass sich die Schalter geändert hatten.
Also verließen alle wieder die Schlange und wanderten gemeinsam zu den neuen Schaltern.
Dort warteten wir erneut eine gefühlte Ewigkeit.
Offenbar bestanden noch immer Probleme, denn zwei Flüge sollten zusammengelegt werden. Zwar waren vier Schalter geöffnet, gearbeitet wurde allerdings im Wesentlichen nur an einem.
Die Mitarbeiter der anderen Schalter standen dahinter und versuchten gemeinsam, das Problem zu lösen.
Irgendwann waren wir endlich an der Reihe.
Dann erklärte uns die Mitarbeiterin:
„Frau Balzer ist bis Frankfurt durchgebucht. Herr Pfeiffer nur bis Kuala Lumpur. Von dort muss er warten, bis ein Platz frei ist.“
Wie bitte?
Nach all dem sollten wir nun also getrennt weiterfliegen?
Michel redete freundlich, aber bestimmt auf die Mitarbeiterin ein.
Und tatsächlich fand sie doch noch eine Möglichkeit, uns beide gemeinsam bis Frankfurt zu buchen.
Manchmal ist es eben doch ganz praktisch, wenn Michel die Dinge nicht einfach hinnimmt.
Sieben Stunden in Kuala Lumpur
Endlich konnten wir ins Flugzeug steigen.
In Kuala Lumpur erwarteten uns anschließend sieben Stunden Aufenthalt.
Nach den Verzögerungen und dem ganzen Hin und Her war das ziemlich anstrengend. Umso mehr freuten wir uns, als wir endlich in das Flugzeug nach Frankfurt steigen konnten.
Viele Stunden später hatte uns Deutschland wieder.
Zurück im deutschen Winter
„Ausweis! Etwas zu verzollen?“
Ja, da waren wir wieder.
Im guten alten, winterlichen Deutschland.
Nach den vergangenen Tagen und den langen Flügen waren wir ziemlich erschöpft. Am Flughafen wartete bereits Michels Papa auf uns.
Nach gut einer Stunde Fahrt konnten wir endlich den Rest der Familie wieder in die Arme schließen.
Und natürlich Lucy und Paul.
Die beiden hatten während unserer Reise Urlaub bei Michels Eltern gemacht.
Ich war sehr froh, dass sie uns noch erkannten und offenbar nicht allzu böse auf uns waren.
Da wir einen Tag später als geplant angekommen waren, mussten wir nun entscheiden, wie es weitergehen sollte.
Blieben wir noch eine Nacht bei Michels Eltern und fuhren am nächsten Morgen zurück nach Herford?
Oder blieben wir nur ein paar Stunden, schnappten uns die Katzen und machten uns noch am selben Abend auf den Weg?
Wir unterschätzten den Jetlag vollständig und entschieden uns für die zweite Möglichkeit.
Das war eine wirklich schlechte Entscheidung.
Eine Fahrt, die wir nicht hätten machen dürfen
Gemeinsam mit Lucy und Paul machten wir uns auf die ungefähr zweistündige Fahrt nach Herford.
Es war dunkel, es schneite und die Katzen jammerten und beschwerten sich in ihren Transportboxen.
Vor allem waren wir aber viel zu müde.
Während der Fahrt mussten wir uns immer wieder aus dem Sekundenschlaf reißen.
Das war nicht nur unangenehm, sondern gefährlich. Wir hätten diese Fahrt so nicht antreten dürfen und stattdessen bei Michels Eltern übernachten müssen.
Wir waren unendlich erleichtert, als wir schließlich heil in Herford ankamen.
Auch Lucy und Paul waren froh, endlich aus ihren Transportboxen herauszukommen.
Damit endete unsere Neuseelandreise 2014.
Wir hatten am Hot Water Beach auf die richtige Tide gewartet, waren durch Höhlen und Wälder gelaufen, hatten Weihnachten im neuseeländischen Sommer gefeiert und waren mit unserer Familie immer wieder zu kleinen und großen Ausflügen aufgebrochen.
Wir waren mit dem Bus über den 90 Mile Beach gefahren, zweimal eine Sanddüne hinuntergerutscht und völlig ungeplant in einen Helikopter gestiegen.
Vor allem aber hatten wir viele Wochen mit unserer Familie verbracht und gemeinsam Erinnerungen gesammelt, die diese Reise für uns so besonders machten.
Und wir wussten schon jetzt:
Das war ganz sicher nicht unser letzter Besuch in Neuseeland.
Cheers
Charly














































