Step 02 | Bali & Lombok: Zwischen Affen und Außendusche
Micha
Nach ein paar Tagen auf Lombok und einer erneuten vierstündigen Fahrt mit der normalen Fähre erreichen wir wieder Bali. Charly hat die Überfahrt zum Glück gut vertragen. Jetzt müssen wir nur noch irgendwie vom Hafen in Padang Bai nach Ubud kommen.
Der vereinbarte Preis gilt plötzlich nicht mehr
Eigentlich haben wir bereits vorab einen Fahrer organisiert und einen Preis mit ihm vereinbart. Nach unserer Ankunft sieht die Sache allerdings plötzlich anders aus.
Der vereinbarte Betrag soll auf einmal nicht mehr ausreichen. Natürlich sei die Fahrt weiter, aufwendiger oder aus einem anderen Grund teurer als gedacht.
So richtig nachvollziehen können wir das nicht. Schließlich hatten wir den Preis vorher abgesprochen. Nach der langen Überfahrt haben wir aber auch keine große Lust auf eine endlose Diskussion.
Irgendwie einigen wir uns und machen uns auf den Weg nach Ubud.
Unterwegs fängt es immer stärker an zu regnen. Als wir unsere Unterkunft erreichen, schüttet es inzwischen richtig.
Ein kleines Paradies hinter dem Tor
Unsere Unterkunft heißt Budget House – Villa Pandan Harum Nyuh. Die Straße führt direkt daran vorbei und wirkt zunächst nicht besonders ruhig. Dann gehen wir durch das Tor – und stehen plötzlich in einem kleinen Paradies.
Hinter dem geschlossenen Tor ist die Straße fast vergessen. Die Bungalows liegen direkt am Pool, alles wirkt ruhig, grün und abgeschirmt. Nach dem Zimmerchaos in Kuta und Charlys Bali Belly auf Lombok ist das genau das, was wir gerade brauchen.
Unser Bungalow gefällt uns richtig gut. Der Pool liegt praktisch direkt vor unserer Tür. Hinten gibt es eine blickgeschützte Außendusche und im Zimmer steht ein Kleiderschrank, der eher aussieht wie ein Kühlschrank.
An die Außendusche müssen wir uns allerdings erst einmal gewöhnen. Vor neugierigen Blicken sind wir dort sicher. Vor Spinnen und anderem Getier eher weniger.
Aber irgendetwas ist ja immer.
Durch Regen und Verkehr zum Sopa Garden
Am Abend wollen wir noch etwas essen und machen uns zu Fuß auf den Weg zum Sopa Garden.
Der Spaziergang ist deutlich unangenehmer als erwartet. Es regnet, auf den Straßen steht teilweise das Wasser und einen richtigen Weg für Fußgänger gibt es nicht. Gleichzeitig herrscht viel Verkehr.
Besonders entspannt läuft es sich so nicht.
Gefühlt hält außerdem ständig jemand neben uns und möchte uns zu einem natürlich besonders „guten Preis“ nach Hause fahren. Wir lehnen trotzdem ab und laufen weiter.
Im Sopa Garden ist kaum etwas los und die Atmosphäre ist angenehm entspannt. Für Charly ist die Suppe genau das Richtige. Nach dem Bali Belly wollen wir es mit dem Essen lieber noch etwas ruhiger angehen lassen.
Der Weg hierher war zwar anstrengend, aber das Essen hat sich gelohnt.
Erst einmal ankommen
Am nächsten Morgen lassen wir es langsam angehen. Das ist bei uns allerdings nichts vollkommen Ungewöhnliches. Wir gehören ohnehin eher zu den Menschen, die nicht unbedingt früh morgens mit dem ersten Programmpunkt beginnen müssen.
Nach Lombok, der langen Überfahrt und Charlys Magenproblemen tut uns ein ruhiger Vormittag besonders gut.
Wir sortieren Fotos, liegen am Pool und genießen einfach die Unterkunft. Wenn der Pool schon direkt vor dem Bungalow liegt, muss man ihn schließlich auch nutzen.
Währenddessen beobachten wir eine Frau, die sich um die kleinen Schreine in der Anlage kümmert. Sie erklärt uns, dass dort mehrmals am Tag Opfergaben abgelegt werden. Dazu gehören häufig Reis und Räucherstäbchen, manchmal auch Zigaretten.
Warum genau diese Dinge hingelegt werden, können wir uns nicht vollständig merken. Für uns gehört der Anblick der kleinen Opfergaben aber schnell zu Ubud dazu.
Zwischen Verkehr, Tempelchen und Räucherstäbchen
Später machen wir uns auf den Weg, um Ubud zu erkunden.
Die Stadt ist lebendig und teilweise ziemlich chaotisch. Auf den Straßen ist viel Verkehr, und als Fußgänger muss man immer ein wenig aufpassen. Gleichzeitig begegnen uns überall kleine Tempel und Schreine.
Am Abend liegt häufig der Geruch von Räucherstäbchen in der Luft. Genau dieser Gegensatz macht Ubud für uns aus: Auf der einen Seite Verkehr, Lärm und volle Straßen, auf der anderen Seite die Tempelchen, Opfergaben und eine ganz eigene, ruhigere Atmosphäre.
Dadurch wirkt die Stadt für uns trotz des Trubels erstaunlich ausgewogen.
Natürlich schauen wir uns auch in einigen Geschäften um und kaufen ein paar Souvenirs. Allzu viel können wir nicht mitnehmen, schließlich liegt noch ein gutes Stück Reise vor uns.
Okay, wir sind nicht mehr in Deutschland
Auf unserem Weg in Richtung Le Moulin entdecken wir plötzlich eine tote Schlange am Straßenrand.
Das ist einer dieser kleinen Momente, in denen man ohne große Sehenswürdigkeit merkt, wie weit man von zu Hause entfernt ist.
Wir schauen uns die Schlange an und denken nur:
Okay, wir sind definitiv nicht mehr in Deutschland.
Drei Pfannkuchen? Keine Chance!
Unser Ziel ist das Le Moulin. Dort gibt es Pfannkuchen und man kann hinten wunderschön im Garten sitzen.
Unser Plan ist eigentlich, mindestens drei Pfannkuchen zu essen.
Keine Chance!
Lecker sind sie trotzdem. Und nach den vollen Straßen Ubuds ist der Garten genau der richtige Ort für eine Pause.
Unsere erste Massage auf Bali
Am nächsten Tag gönnen wir uns unsere erste Massage auf Bali.
Sie ist gut, günstig und vollkommen unkompliziert. Keine Panne, keine seltsame Geschichte und ausnahmsweise auch kein Zimmerchaos.
Einfach eine richtig gute Massage.
Danach geht es für uns weiter zum Monkey Forest.
Affen mit langen Fingern
Der Monkey Forest gehört für viele Besucher fest zu Ubud dazu. In dem bewaldeten Gelände leben zahlreiche Affen, die sich von den Menschen nicht besonders beeindrucken lassen.
Wir finden sie spannend und lustig, haben aber auch einen gewissen Respekt. Schließlich sind es immer noch Tiere – und Tiere, die ziemlich genau wissen, was sie Touristen alles klauen können.
Wir sind deshalb vorbereitet: Taschen bleiben geschlossen und Wasserflaschen hängen nicht offen am Rucksack.
Die Affen kommen trotzdem ziemlich nah heran.
Einer sitzt irgendwann sogar auf Charlys Schulter.
So lustig das aussieht, ganz entspannt ist man in diesem Moment natürlich nicht. Man weiß schließlich nie genau, was der Affe als Nächstes einfällt.
Alles geht gut. Unsere Sachen bleiben bei uns und auch der Affe gefällt sein kurzer Aussichtspunkt offenbar.
Der Monkey Forest ist touristisch und gut besucht. Trotzdem macht es Spaß, die Tiere aus dieser Nähe zu beobachten – mit einer Mischung aus Faszination und gesundem Respekt.
Ubud zwischen Ruhe und Trubel
Ubud lässt sich für uns nicht eindeutig als ruhig oder chaotisch beschreiben. Es ist von allem etwas.
Der Verkehr und die fehlenden Fußwege können anstrengend sein. Gleichzeitig begegnen uns überall kleine Tempel, Opfergaben und Räucherstäbchen. Hinter einem unscheinbaren Tor kann plötzlich eine kleine Anlage liegen, in der man am Pool sitzt und die Straße davor fast vollständig vergisst.
Genau dieser Wechsel gefällt uns.
Wir haben in Ubud nicht pausenlos Sehenswürdigkeiten abgearbeitet. Wir haben Fotos sortiert, am Pool gelegen, uns massieren lassen, Pfannkuchen gegessen und zwischendurch einfach die Stadt auf uns wirken lassen.
Nach Lombok war das genau das richtige Tempo.
Als Nächstes verlassen wir Ubud und fahren weiter nach Canggu. Dort wartet bereits die nächste Unterkunft auf uns.
Dass die kommenden Tage noch ein Surf Camp, Uluwatu und ein ziemlich unerfreuliches Problem mit Agoda für uns bereithalten, wissen wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.