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Boa Vista 2013 – zwei Wochen Strand, Sand und doch ein bisschen Action

Charly & Micha ·

Boa Vista 2013 – zwei Wochen Strand, Sand und doch ein bisschen Action

29. Juli bis 12. August 2013

Im Juli hatten wir vor allem einen Wunsch: zwei Wochen Strand, Sonne und einfach mal nichts tun. Keine Rundreise, kein tägliches Kofferpacken und möglichst wenig, um das wir uns selbst kümmern mussten.

Nachdem wir im Frühjahr zahlreiche Reiseberichte gelesen und die wirklich wichtigen Fragen geklärt hatten – Wo scheint die Sonne? Wo regnet es möglichst nicht? Und wo ist es warm, aber bitte auch nicht zu warm? –, entschieden wir uns für Boa Vista.

Die kapverdische Insel klang genau nach dem, was wir suchten: viel Sonne, trockene Luft, ein leichter Wind und scheinbar endlose Sandstrände. Das Motto der Insel soll „No stress“ sein.

Perfekt. Genau das war schließlich unser Plan.

Einmal das komplette Rundum-sorglos-Paket

Wir entschieden uns für zwei Wochen im RIU Karamboa und buchten über TUI gleich das komplette Programm inklusive Zug zum Flug. Einsteigen, fliegen, ins Hotel gebracht werden und sich anschließend um möglichst wenig kümmern müssen.

Am Montag, den 29. Juli, flogen wir von Hannover aus rund sechs Stunden nach Boa Vista. Gegen Mittag landeten wir auf der Insel. Da das RIU Karamboa fast direkt neben dem Flughafen liegt, waren wir gefühlt kaum ausgestiegen, da standen wir auch schon im Hotel.

Unsere Entscheidung für das Hotel war genau richtig. Das Zimmer war sauber, schön und gut ausgestattet, und wir fühlten uns sofort wohl. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns das unglaublich freundliche Personal.

Auch das Essen war hervorragend. Die Auswahl war groß und eigentlich gab es alles, was man sich während eines solchen Urlaubs wünschen konnte. Dazu kamen Getränke inklusive, eine Bar am Pool, Abendprogramm und alles, was zu einem richtigen Rundum-sorglos-Urlaub dazugehört.

Sogar eine Massage haben wir uns gegönnt. Wenn schon nichts tun, dann wenigstens richtig.

Direkt vor dem Hotel wartete ein scheinbar endloser Sandstrand auf uns. Liegen und Sonnenschirme waren für Hotelgäste inklusive, und selbst die Verkäufer am Strand hielten sich angenehm zurück.

Das Meer war wunderschön. Allerdings zeigten Wellen und Strömung an einigen Tagen ziemlich deutlich, wer hier das Sagen hat. Wenn es zu gefährlich wurde, durfte niemand ins Wasser.

Schlafen, essen, Strand – und dann?

In der ersten Woche ging unser Plan vollkommen auf:

Schlafen. Frühstücken. Strand. Abendessen. Schlafen. Frühstücken. Strand.

Und irgendwann: Langeweile.

Wir hatten uns zwei Wochen Nichtstun gewünscht und mussten nach ungefähr einer Woche feststellen, dass wir offenbar gar nicht besonders gut darin sind.

So schön das Hotel, der Strand und das Essen auch waren: Wir sind beide nicht dafür gemacht, allzu lange jeden Tag dasselbe zu tun. Irgendwann kam das Gefühl auf, dass wir vielleicht doch etwas verpassen könnten, wenn wir Boa Vista ausschließlich zwischen Hotelzimmer, Buffet und Strandliege erleben.

Also musste sich in der zweiten Woche etwas ändern. Unser „No stress“ durfte ruhig ein kleines bisschen aufregender werden.

Mit dem Jeep in den Norden

Unsere erste Tour führte uns mit einem Guide und einem Jeep in den Norden der Insel.

Boa Vista besteht aus unglaublich viel Sand, nur wenigen Bäumen und einer sehr kargen Landschaft. Gerade diese Weite hat uns beeindruckt. An vielen Stellen wirkte die Insel fast leer und endlos.

Vorbei an einer kleinen Oase ging es bis an die Nordküste zum Praia de Boa Esperança. Dort liegt das Wrack der Cabo Santa Maria.

Das Schiffswrack selbst fanden wir ehrlich gesagt gar nicht so spektakulär wie erwartet. Manchmal ist die bekannte Sehenswürdigkeit eben nicht automatisch das, was von einem Ausflug am stärksten in Erinnerung bleibt. Viel eindrucksvoller war für uns die Landschaft drum herum: der Sand, die Weite und diese besondere Ruhe.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher nach Bofareira. Nach all den zurückhaltenden Farben der Landschaft bildeten die bunten Häuser und kleinen Geschäfte einen schönen Kontrast. Alles wirkte entspannt und die Menschen waren sehr freundlich.

Für uns gab es außerdem eine kühle Coke. Damit war eigentlich schon ziemlich viel richtig gemacht.

Mit dem Buggy durch den Sand

Nach einem weiteren Tag Entspannung wollten wir wieder los. Dieses Mal sollte es in den Süden gehen – und zwar mit dem Buggy.

Die Tour machten wir gemeinsam mit einem Pärchen, das wir bereits im Flugzeug kennengelernt hatten und das zur gleichen Zeit wie wir auf Boa Vista Urlaub machte. Mit drei Buggys ging es über die sandigen Strecken der Insel in Richtung Praia de Santa Monica.

Die Buggys waren ganz schön schnell und die Fahrt machte riesigen Spaß. Anschließend waren wir natürlich von oben bis unten mit Sand bedeckt. Wirklich überall.

Aber wer mit einem Buggy durch eine solche Landschaft fährt und hinterher noch sauber ist, hat vermutlich etwas falsch gemacht.

Unterwegs hielten wir an der größten Düne der Insel und durften uns im Sandboarding versuchen. Die Abfahrt machte richtig Laune und war überraschend schnell.

Das Board anschließend wieder nach oben zu tragen, war deutlich weniger vergnüglich. Eine Sanddüne hinunterzufahren ist nämlich wesentlich einfacher, als sie wieder hochzulaufen. Aber ein bisschen Bewegung zwischen Frühstücksbuffet und Abendessen konnte vermutlich nicht schaden. 😉

Danach ging es weiter zum Praia de Santa Monica, einem kilometerlangen Sandstrand, und schließlich nach Povoação Velha, dem ältesten Dorf der Insel.

Ein kapverdischer Abend in Povoação Velha

In Povoação Velha erfuhren wir von einem kleinen Restaurant, das von einer Deutschen geführt wurde. Dort fand jeden Donnerstag ein kapverdischer Abend statt.

Wir wussten nicht so richtig, was uns erwarten würde, meldeten uns aber direkt an.

Wir wurden am Hotel abgeholt und später auch wieder zurückgebracht. Der Abend selbst war angenehm und entspannt. Es gab tolle Musik, typische kapverdische Speisen und zu vielem wurde etwas erzählt und erklärt.

Dadurch konnten wir nicht nur verschiedene Gerichte probieren, sondern erfuhren auch ein wenig mehr über das Essen und die Kultur der Insel.

Wir hatten vorher keine genaue Vorstellung davon, wie dieser Abend werden würde. Umso schöner war es, uns einfach überraschen zu lassen. Für uns war es ein rundum gelungener Abend.

Eine Meeresschildkröte bei der Eiablage

Ein ganz besonderes Erlebnis war außerdem eine abendliche Tour mit Naturalia Tours. Dabei konnten wir eine Unechte Karettschildkröte bei der Eiablage beobachten.

Vorher gab es klare Regeln. Wir durften uns der Schildkröte nicht nähern, sondern beobachteten sie nur aus einiger Entfernung. Berühren war selbstverständlich verboten. Fotos waren ausschließlich ohne Blitz erlaubt und normales Licht war ebenfalls tabu.

Die Lampen waren mit roten Abdeckungen versehen, und nur die Guides durften das Licht einschalten.

Die Beobachtung war unglaublich spannend und faszinierend. Während der gesamten Tour hatten wir das Gefühl, dass sehr viel Rücksicht auf das Tier genommen wurde und sein Schutz an erster Stelle stand.

Naturalia Tours bietet verschiedene Ausflüge auf der Insel an. Wir empfanden die Tour als sehr angenehm und informativ. Eine Meeresschildkröte bei der Eiablage beobachten zu können, war definitiv eines der besonderen Erlebnisse unserer Reise.

No stress bis zum Schluss

Selbst beim Heimflug begegnete uns das Motto der Insel noch einmal. Wir hatten am Flughafen eine 1,5-Liter-Flasche Wasser im Handgepäck und waren uns ziemlich sicher, dass man uns damit an der Sicherheitskontrolle gleich den Kopf abreißen würde.

Aber auch hier: no stress.

Wir durften die Flasche einfach mitnehmen.

Unser Fazit zu Boa Vista

Nach zwei Wochen können wir sagen: Für einen reinen Strandurlaub ist Boa Vista perfekt. Wer abschalten, zur Ruhe kommen und sich möglichst wenig kümmern möchte, findet hier genau die richtigen Voraussetzungen.

Rund um unser Hotel gab es außerhalb der Anlage allerdings kaum etwas. Wer Restaurants, Geschäfte und Unterhaltung direkt vor der Tür sucht, wird dort vermutlich nicht glücklich. Wer dagegen Sonne, Strand, gutes Essen und Ruhe sucht, ist auf Boa Vista genau richtig.

Vorausgesetzt, man ist besser im Nichtstun als wir.

Für uns war die Mischung aus Hotelurlaub und einigen ausgewählten Touren am Ende genau das Richtige. Eine Woche konnten wir wunderbar schlafen, essen und am Strand liegen. Danach mussten wir raus und etwas von der Insel sehen.

Das Wetter passte ebenfalls zu dem, was wir gesucht hatten. Der Himmel war während unserer Reise zwar fast nie vollkommen klar, trotzdem war es immer angenehm warm und meistens wehte ein leichter Wind.

Unser ursprünglicher Plan, zwei Wochen lang gar nichts zu tun, hat also nur ungefähr eine Woche gehalten. Aber ganz ehrlich: Die Jeep-Tour, die rasante Fahrt mit den Buggys, der kapverdische Abend und die Beobachtung der Meeresschildkröte wären viel zu schade gewesen, um sie zu verpassen.

So wurde aus unserem geplanten Strandurlaub doch noch ein kleines Inselabenteuer – ganz ohne Stress.

Das war Boa Vista 2013.

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