Unsere Campergeschichte – Wie wir unsere Art zu reisen gefunden haben
Wenn uns heute jemand fragt, wie viele Camper wir eigentlich schon hatten, müssen wir selbst erst einmal überlegen.
Da war der Mietcamper in Australien. Arthur in Neuseeland. Ed, unser roter T4 California. Ein Faltcaravan. Ketut. Ein Wohnwagen. Wieder ein gemieteter Camper. Ein Luftzelt. Und gerade sitzen wir schon wieder in Schweden – diesmal im Camper von Michels Eltern.
Von außen betrachtet könnte man meinen, wir hätten nie gewusst, was wir eigentlich wollten.
Heute wissen wir:
Jedes einzelne Fahrzeug hat uns ein Stück näher an unsere Art zu reisen gebracht.
Nicht jeder Camper war besser als der vorherige. Manchmal ging es um mehr Platz, manchmal um mehr Flexibilität und manchmal schlicht darum, was in diesem Moment finanziell und in unserem Leben möglich war.
Und manchmal haben wir ziemlich schnell gemerkt, wenn etwas doch nicht zu uns passte.
Aber von vorne.
Australien – Hier begann unsere Campergeschichte
2016 waren wir in Australien unterwegs und wollten dort zum ersten Mal mit einem Camper reisen.
Und eigentlich sollte dieser Camper gleichzeitig ein kleiner Test für das werden, was danach auf uns wartete.
Nach Australien wollten wir weiter nach Neuseeland. Wie lange wir dort bleiben würden, wussten wir noch nicht. Einen Camper zu kaufen war bereits eine Überlegung und deshalb wollten wir vorher eine ziemlich grundlegende Frage klären:
Wie viel Camper brauchen wir eigentlich?
Ganz bewusst hatten wir in Cairns einen kleinen Low Top Campervan gemietet.
Nicht, weil wir möglichst wenig Platz haben wollten, sondern weil wir ausprobieren wollten, ob uns genau diese Größe auch für mehrere Monate in Neuseeland reichen könnte.
Der Plan war eigentlich ziemlich gut.
Bis wir bei der Vermietstation ankamen.
Dort teilte man uns mit, dass wir ein kostenloses Upgrade bekommen würden.
Statt unseres gebuchten Low Top Campers stand plötzlich ein High Top Camper für uns bereit.
Die Mitarbeiter der Vermietstation waren im ersten Moment vermutlich ein bisschen irritiert darüber, dass unsere Begeisterung über dieses Upgrade etwas verhaltener ausfiel, als man das normalerweise erwarten würde.
Natürlich freuten wir uns über mehr Platz.
Nur war damit eben auch unser kleiner Test dahin.
Und wie sich später herausstellen sollte, hatte dieses Upgrade durchaus Folgen.
Wir gewöhnten uns nämlich ziemlich schnell an den zusätzlichen Platz und daran, im Camper vernünftig stehen zu können.
Vor allem entdeckten wir aber etwas anderes.
Die Freiheit.
Nach einem Walk einfach zurück zum Camper kommen und einen Kaffee kochen.
Unterwegs irgendwo anhalten und etwas essen.
Eine ausgiebige Mittagspause machen, ohne vorher überlegen zu müssen, wo wir überhaupt hinfahren.
Und dann einfach weiter.
Genau diese kleinen Dinge gefielen uns ziemlich schnell ziemlich gut.
Als wir einige Wochen später nach Neuseeland weiterreisten, hatte sich damit zumindest eine Frage erledigt:
Einen Low Top Camper konnten wir jetzt natürlich nicht mehr kaufen.
Dafür hatten wir uns viel zu schnell an den High Top gewöhnt.
Arthur – unser Zuhause auf Rädern
In Neuseeland war die Ausgangslage eine völlig andere als bei einem normalen Urlaub.
Wir wussten nicht, wie lange wir bleiben würden.
Unser Plan lautete ungefähr:
Wir reisen so lange, bis das Geld ausgeht.
Einen Camper für einen völlig offenen Zeitraum über mehrere Monate zu mieten, wäre ziemlich teuer geworden.
Also entschieden wir uns dafür, einen zu kaufen.
Und so kam Arthur in unser Leben.
Arthur hieß übrigens schon irgendwie Arthur, bevor er überhaupt unserer war. Sein Vorbesitzer hieß so – und weil dieser unglaublich nett war, blieb der Name einfach hängen.
Als wir Arthur kauften, war er innen, sagen wir mal, ziemlich farbenfroh.
Grüne Schränke, verschiedene Holztöne, bunte Vorhänge.
Wir begannen, ihn zu renovieren und so einzurichten, dass er sich nach uns anfühlte.
Und genau da wurde aus irgendeinem Camper langsam unser Arthur.
Wir kauften sogar richtiges Porzellangeschirr.
Schließlich wollten wir möglicherweise monatelang darin leben. Da wollten wir nicht jeden Tag von Plastiktellern essen, nur weil wir in einem Camper wohnten.
Und wir lebten tatsächlich darin.
Fast sechs Monate.
Arthur war unser Schlafzimmer, unsere Küche, unser Wohnzimmer und unser Auto.
Wir kochten auch nicht nur Nudeln mit Fertigsoße.
Einmal gab es Reis, Brokkoli, Lachs und Soße – alles in einem Camper zuzubereiten war durchaus eine kleine Herausforderung.
Wir haben sogar unser eigenes Brot gebacken, mit Feta und Paprika.
Richtig lecker.
Irgendwann hatten wir uns so sehr an das Leben auf wenigen Quadratmetern gewöhnt, dass Zimmer plötzlich riesig wirkten, wenn wir doch einmal nicht in Arthur schliefen.
Und gleichzeitig konnten wir mit ihm genau so reisen, wie wir es mochten.
Losfahren.
Anhalten.
Bleiben.
Weiterfahren.
Ohne großen Plan, wenn wir keinen haben wollten.
Der Abschied von Arthur
Irgendwann näherte sich allerdings das Ende unserer Zeit in Neuseeland.
Und damit mussten wir uns auch um Arthurs Verkauf kümmern.
Die Campersaison ging Ende März langsam zu Ende und für uns war wichtig, dass wir ihn noch selbst verkauften. Wir wollten nicht abreisen und unserer neuseeländischen Familie die Aufgabe hinterlassen, sich anschließend noch darum kümmern zu müssen.
Als es tatsächlich klappte, waren wir deshalb erst einmal erleichtert.
Finanziell war Arthur ohnehin eine ziemlich gute Entscheidung gewesen.
Während unserer Reise hatte er nach einem Steinschlag eine neue Frontscheibe über die Versicherung bekommen. Weil wir die Versicherung für ein ganzes Jahr im Voraus bezahlt hatten, erhielten wir nach dem Verkauf außerdem noch Geld zurück.
Und am Ende verkauften wir Arthur sogar für mehr Geld, als wir selbst für ihn bezahlt hatten.
Trotzdem waren wir traurig.
Nach fast sechs Monaten war Arthur eben nicht mehr nur ein Ford Econovan.
Wir hatten so viel in und mit ihm erlebt, dass er irgendwie zur Familie gehörte.
Und mit seinem Verkauf wurde plötzlich auch klar:
Dieses Kapitel geht jetzt wirklich zu Ende.
Ganz verschwunden ist Arthur allerdings nie.
Jahre später entdeckten wir ihn tatsächlich wieder bei Trade Me.
Gleiches Nummernschild.
Gleiche Einrichtung.
Und sogar eines unserer Kissen lag noch darin:
„If you dream big enough, anything is possible.“
Dieses Kissen war Jahre später offenbar immer noch mit Arthur in Neuseeland unterwegs.
Bis heute schauen wir immer mal wieder bei Trade Me oder suchen bei Instagram nach alten Ford Econovans.
Und als wir 2023 noch einmal gemeinsam mit unseren Eltern in Neuseeland waren, hielten wir unterwegs tatsächlich immer wieder Ausschau nach ihm.
Völlig unrealistisch?
Natürlich.
Aber gucken kann man ja trotzdem.
Ed – ein Stück Neuseeland für Deutschland
Zurück in Deutschland brauchten wir ohnehin einen zweiten Wagen.
Und nachdem wir fast sechs Monate in Arthur gelebt hatten, lag eine Idee ziemlich nahe:
Warum nicht ein Auto kaufen, mit dem man gleichzeitig auch verreisen kann?
Diesmal musste es nicht so groß sein wie Arthur.
Wir wollten schließlich nicht darin leben.
So kam unser roter VW T4 California zu uns.
Ed.
Ed war einfach ein cooles Auto.
Rot, hinten getönte Scheiben, coole Felgen und über der Motorhaube ein schwarzer Lederbezug, den man abnehmen konnte.
Und weil Ed Sheeran damals gefühlt ständig irgendwo im Radio lief, war der Name Ed irgendwie einfach im Kopf.
Ed war Michels Alltagsauto und gleichzeitig unser Camper.
Eine ziemlich praktische Kombination.
Mit ihm waren wir unter anderem in Dänemark.
Dort lagen wir einmal oben im Aufstelldach, während draußen ein heftiges Gewitter aufzog. Der Wind wurde irgendwann so stark, dass wir beschlossen, das Dach lieber zu schließen.
Auch unsere Reise nach Tschechien blieb ziemlich nachhaltig in Erinnerung.
Schon am Anfang verloren wir auf der Autobahn ein Rad.
Ed landete auf einem Abschleppwagen.
Und wir?
Wir schliefen trotzdem in Ed.
Oben auf dem Abschleppwagen.
Wenn wir nachts raus wollten, mussten wir also erst aus dem Camper und anschließend vom Abschleppwagen herunterklettern.
Tschechien selbst wurde danach trotzdem richtig schön.
Aber gerade nach dieser Reise merkten wir immer deutlicher:
Ed war uns für längere Reisen einfach zu klein.
Wenn das Wetter schön war und sich das Leben draußen abspielte, funktionierte das wunderbar.
Wenn das Wetter nicht mitspielte, wurde es innen ziemlich schnell ziemlich eng.
Also trennten wir uns von Ed.
Und ausgerechnet an dem Tag, an dem wir ihn verkauften, wurde irgendwo ein kleiner Hund geboren.
Dass dieser Hund vier Monate später Teil unserer Familie sein und unsere nächsten Reiseentscheidungen ziemlich stark beeinflussen würde, wussten wir zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht.
Orpheus.
Mit Orphy kam der Faltcaravan
Ende März 2020 zog Orphy bei uns ein.
Natürlich wollten wir mit ihm trotzdem weiter verreisen.
Inzwischen hatten wir wieder ein anderes zweites Auto und diesmal dachten wir:
Vielleicht ist ein Faltcaravan genau das Richtige für uns.
Mehr Platz als in Ed.
Eine Küche.
Und vor allem mussten wir nicht auf dem Boden schlafen.
Also kauften wir einen gebrauchten Camp-let.
Aufgebaut war das Ding riesig.
Unsere erste Reise damit führte uns für etwa eine Woche auf einen Campingplatz in Holland.
Und dort funktionierte das Konzept richtig gut.
Einmal aufbauen, einrichten und dann eine Woche bleiben.
Wir hatten viel Platz, Orphy hatte viel Platz und eigentlich gab es wenig zu meckern.
Im Juli ging es dann für zwei bis drei Wochen auf unsere Polenreise.
Und dort zeigte sich ziemlich schnell, dass ein Faltcaravan für Urlaub auf einem Campingplatz etwas anderes ist als für unsere Art zu reisen.
Wir wechselten häufiger die Plätze.
Und damit mussten wir eben auch immer wieder auf- und abbauen.
Auf einem Campingplatz hatten wir irgendwann alles fertig aufgebaut und merkten danach, dass wir direkt unter einem Baum standen, der das ganze Zelt ständig dreckig machte.
Also wieder teilweise zusammenbauen.
Ein Stück versetzen.
Und wieder aufbauen.
Aber es war gar nicht nur das Auf- und Abbauen.
Uns fehlte etwas, das wir vom Camper längst gewohnt waren.
Unterwegs einfach irgendwo Pause machen.
Nach einem Walk schnell einen Kaffee kochen.
Etwas aus dem Kühlschrank holen.
Einfach mal irgendwo stehen und dann weiterfahren.
Mit einem Faltcaravan funktioniert das nicht mal eben. Und den ganzen Faltcaravan auf einem Parkplatz aufzuklappen, nur weil man einen Kaffee möchte, wäre ohnehin eher... unpraktisch.
Dazu kam das Fahren mit Anhänger.
Uns wurde ziemlich schnell klar:
Der Faltcaravan war nicht schlecht.
Ganz im Gegenteil. Für eine Woche Holland auf einem Campingplatz fanden wir ihn richtig gut.
Aber für uns war er nicht die richtige Art zu reisen.
Wie schnell uns das klar wurde, haben wir selbst erst beim Durchsehen der alten Bilder wieder richtig gemerkt.
Am 26. Juli 2020 standen wir zum Abschluss unserer Polenreise noch mit dem Faltcaravan auf einem Campingplatz an der Elbe im Tipidorf.
Am 29. Juli standen wir in Flensburg.
Bei der ersten Besichtigung eines Campers.
Und am 7. August holten wir ihn ab.
Ja.
So sind wir manchmal.
Ketut – zurück zum Camper
Nach Ed und dem Faltcaravan wussten wir inzwischen ziemlich genau, was uns wichtig war.
Vor allem Stauraum.
In Ed hatten wir davon einfach zu wenig gehabt.
Jetzt kam außerdem Orphy dazu und auch er brauchte natürlich seinen Platz.
Beim Grundriss von Ketut gefielen uns deshalb besonders die Etagenbetten.
Das Hauptbett musste aus der Dinette gebaut werden. Wenn man sich mittags aber einfach mal hinlegen wollte, musste dafür nicht jedes Mal der komplette Wohnbereich umgebaut werden – dafür konnte eines der Stockbetten genutzt werden.
Und dann war da natürlich der Stauraum.
Michels Vater baute uns später eine Hundebox für Orphy in den Heckbereich.
Sie war sowohl von hinten als auch von innen zugänglich. Der Einstieg von innen wurde in die Wand neben der Dusche integriert.
Die Dusche selbst wollten wir weiterhin nutzen. Deshalb lagen im Alltag Holzplatten auf dem Duschboden, damit wir nicht ständig direkt auf der Duschwanne standen.
Und trotz der Hundebox blieb daneben noch Platz für Euroboxen.
Das war ziemlich genau die Art von Lösung, die wir gesucht hatten.
Natürlich brauchte auch dieser Camper einen Namen.
Ketut.
Auf Bali gibt es eine traditionelle Reihenfolge bei Vornamen, und das vierte Kind heißt häufig Ketut.
Unser vierter Camper bekam deshalb genau diesen Namen.
Eigentlich sollte Ketut lange bleiben
Wir holten Ketut am 7. August 2020 in Flensburg ab.
Viel Zeit blieb uns mit ihm allerdings nicht, bevor sich unser Leben komplett veränderte.
Dann kam Michels Diagnose.
Und plötzlich waren Fragen wie Stauraum, Grundriss oder der nächste Urlaub ziemlich unwichtig.
Der Gedanke, Ketut zu verkaufen, kam sehr schnell.
Ich weiß noch, dass Michel noch im Krankenhaus lag, als wir darüber gesprochen haben. Ich glaube, es war ein Freitag.
In meinem Kopf war damals vor allem die Angst:
Was ist, wenn wir nie wieder gemeinsam reisen können?
Wir stellten Ketut online.
Und ich glaube, schon am Dienstag standen die Menschen bei uns, die ihn schließlich kauften.
Innerhalb weniger Tage war er weg.
Ein Camper, von dem wir gerade noch gedacht hatten, dass er uns vielleicht viele Jahre begleiten würde.
Aber in diesem Moment gab es einfach wichtigere Dinge.
Vom Camper zum Dauerstellplatz
Einen Stellplatz für Ketut brauchten wir natürlich ebenfalls.
Und der war nicht gerade günstig.
Dazu kam Corona. Reisen war ohnehin komplizierter geworden.
Irgendwann entstand deshalb die Idee, uns Campingplätze in der Nähe anzusehen.
Wenn wir ohnehin jeden Monat Geld für einen Stellplatz ausgeben, warum dann nicht für einen Ort, an dem wir am Wochenende auch ein bisschen Urlaub machen können?
Also pachteten wir einen Dauerstellplatz.
Nach dem Verkauf von Ketut kauften wir von dem Geld einen Wohnwagen und stellten ihn dort hin.
Die Idee fanden wir eigentlich richtig schön.
Einfach am Wochenende hinfahren.
Ein bisschen rauskommen.
Ein kleines Zuhause für zwischendurch.
In der Realität nutzten wir ihn allerdings seeehr wenig.
Uns fehlte schlicht die Zeit.
Und irgendwann ergab es wenig Sinn, einen Wohnwagen zu besitzen, den wir kaum nutzten.
Also verkauften wir auch ihn wieder.
2023 – plötzlich wieder Camper
2023 wollten wir nach Schweden.
Wir hatten keinen eigenen Camper mehr, also mieteten wir einen bei Hannes Camper.
Und diese Reise war für uns in einer Hinsicht ziemlich besonders.
Schweden war für mich neu.
Und trotzdem fühlte sich der Urlaub erstaunlich vertraut an.
Nicht wegen des Landes.
Sondern wegen der Art zu reisen.
Wieder alles dabeihaben.
Wieder unterwegs anhalten können.
Wieder spontan entscheiden, wie weit wir fahren.
Orphy hatte sowieso ziemlich schnell verstanden, wie das funktioniert. Er fand seinen Platz vor dem Camper, im Camper und natürlich auch am Fenster.
Es fühlte sich einfach vertraut an.
Nur günstig war dieses vertraute Gefühl nicht.
Für 19 Reisetage zahlten wir knapp 2.500 Euro für den Mietcamper.
Und damit war natürlich nur der Camper bezahlt.
Wenn man gerne länger unterwegs ist, kommt da ziemlich schnell einiges zusammen
2024 – dann eben wieder Zelt
Ein Jahr später wollten wir wieder gemeinsam mit Michels Eltern verreisen.
Noch einmal für mehrere Wochen einen Camper zu mieten, wäre wieder ziemlich teuer geworden.
Also entschieden wir uns auch aus finanziellen Gründen für eine andere Lösung:
Wir kauften gebraucht ein großes Luftzelt.
Gezeltet hatten wir früher schon einmal, nur besaßen wir unser altes Zelt inzwischen nicht mehr.
Also wurde das Luftzelt unser neues Zuhause für die nächsten zwei bis drei Wochen.
Und Platz hatten wir darin wirklich genug.
Wenn so ein Zelt erst einmal steht, kann man es sich richtig gemütlich machen.
Aber da war wieder dieses eine Problem.
Es steht.
Und damit steht man selbst eben auch.
Mal eben unterwegs irgendwo anhalten und einen Kaffee kochen?
Fehlanzeige.
Einfach morgens entscheiden, dass man heute doch 100 Kilometer weiter möchte?
Dann heißt es erst einmal abbauen.
Das Zelt war für diesen Urlaub eine gute und vor allem deutlich günstigere Lösung als ein Mietcamper.
Aber auch diese Reise erinnerte uns wieder daran, warum wir Camper so mögen.
Unser Luftzelt liegt übrigens seitdem im Keller.
Ein zweites Mal haben wir es bis heute nicht benutzt.
Und heute?
Während wir diese Zeilen schreiben, sind wir schon wieder in Schweden.
Und wieder sitzen wir in einem Camper.
Diesmal allerdings nicht in unserem eigenen.
Michels Eltern waren so lieb, uns ihren Camper für diese Reise zu leihen.
Und wieder ist dieses vertraute Gefühl sofort da.
Unterwegs irgendwo anhalten.
Kaffee kochen.
Orphy seinen Platz suchen lassen.
Weiterfahren.
Oder eben nicht.
Und lustigerweise drehen sich unsere Gespräche gerade wieder um ziemlich ähnliche Fragen wie damals.
Welcher Camper passt eigentlich wirklich zu uns?
Welcher Grundriss wäre heute der richtige?
Kaufen wir noch einmal einen Übergangscamper, weil wir einfach wieder einen haben möchten?
Oder warten wir, bis wir genau den Camper finden, der wirklich komplett zu uns passt und vielleicht viele Jahre bei uns bleibt?
Oder wird es am Ende gar kein Camper?
Denn während wir hier durch Schweden fahren, schauen wir inzwischen auch immer wieder nach kleinen Häusern.
Vielleicht steht irgendwann also gar kein neuer Camper vor unserer Tür.
Vielleicht steht irgendwo in Schweden ein kleines rotes Holzhaus, das auf uns wartet.
Wir wissen es nicht.
Und wenn wir uns unsere Campergeschichte ansehen, wäre es vermutlich sowieso ziemlich gewagt vorherzusagen, was wir als Nächstes machen.
Aber vielleicht müssen wir das auch gar nicht wissen.
Denn egal ob Low Top, High Top, Arthur, Ed, Faltcaravan, Ketut, Wohnwagen, Mietcamper oder Zelt – jede dieser Entscheidungen hat uns etwas darüber gezeigt, wie wir reisen möchten.
Und vielleicht suchen wir gerade gar keinen neuen Camper.
Vielleicht suchen wir einfach nur den nächsten Schritt.
Kommentare (3)
Thomas
Richtig schöner Artikel 🥹 von Arthur bis zum Holzhaus-Traum in Schweden. Das liest sich wirklich gut.
17:49Rainer
Liebe Charly und lieber Michel Dieser komplette Bericht von eurem Camperleben ist sehr emotional für mich/für uns. Zumal ich alles als Vater so miterlebt habe. Aber so werden einem die Höhen und Tiefen der letzten 10 Jahre nochmals so richtig bewusst. Schauen wir mal durchaus positiv auf die nächsten 10 Jahre Camperleben. Alles ist gut. Glückwunsch zum heutigen Tag 👰🤵♂️
16:13


























