Zum Sonnenaufgang ans Eastcape

Nachdem sich Michel vermutlich seinen Zeh gebrochen hat geht es für uns wieder weiter. Wir verlassen Coromandel und fahren erstmal nach Tauranga.

Stürmische Nacht in Tauranga

In den Apps die wir benutzen um Campingplätze zu finden haben wir einen Super Platz in Tauranga ausfindig gemacht. Dieser befindet sich direkt am Meer und verfügt sowohl über Toiletten als auch über Duschen und das ganze für Lau. Als wir an dem Platz angekommen waren, war es bereits dunkel. So das wir uns dazu entschieden haben noch schnell Duschen zu gehen und dann noch das Abendessen zu kochen. Leider war es allerdings wirklich ziemlich stürmisch und dadurch recht kalt auf dem Platz. In dieser Nacht war ich richtig froh, das wir eine Wärmflasche gekauft haben. Es war zwar nicht so kalt wie in den Blue Mountains aber unangenehm war es dennoch.

Nach dieser Nacht weis ich allerdings wie sich ein Baby im Kinderwagen fühlt. Denn auch wir wurden in unserm Camper ordentlich gerüttelt. Am nächsten Nachmittag ging es für uns in Richtung East Cape.

East Cape

Am East Cape, dem Östlichen Punkt Neuseelands wollten wir uns dann den Sonnenaufgang anschauen. Der Weg von Tauranga aus war recht lang und mal wieder ziemlich kurvig. Irgendwann haben wir dann zwei Mädchen am Straßenrand stehen sehen, die Trampten. Nach einem kurzen Blick nach hinten haben wir dann angehalten und die Mädels gefragt wo sie denn hin möchten. Naja eigentlich war es uns klar, denn schließlich führt die Straße, abgesehen von ein Paar Ortschaften, nur ans East Cape. Also verstauten wir die Rucksäcke der Mädels im Auto und los ging die Reise. Wir fuhren also an den Campground in der Nähe des Capes. Dort angekommen sagten wir den beiden, dass wir Sie am nächsten Morgen gerne mitnehmen können. Denn vom Campground, oder besser gesagt von der Wiese wo wir übernachten durften zum Eastcape war es wirklich noch ein Stück. Das natürlich komplett über Schotterstraßen.

Am frühen Morgen machten wir uns also auf den Weg. Arthur war es diesmal zu früh und er wollte erst nicht anspringen. Nach ein paar netten Worten ging er dann aber wie gewohnt an. Wir fuhren an Kühen die auf der „Straße“ liegen vorbei. Alle Tiere waren eigentlich noch am schlafen, und wenn nicht, dann waren sie Irritiert. Wie der kleine Haase der vor Arthur her sprang, bestimmt 1 Minute lang sprang er vor uns her, da es keine Möglichkeit für ihn gab von der Straße zu verschwinden.

Rechts ging es die Klippe hoch und links die Klippe runter. Irgendwann gab es aber dann die Möglichkeit für ihn, in einen Busch zu springen.

758- was für eine schreckliche Zahl

Parken konnten wir unter dem Leuchtturm. Wir konnten ihn schon sehen, allerdings war er noch ein ziemlich weites Stück entfernt. Hier stand auch tatsächlich ein Auto. Da konnte es wohl jemand nicht abwarten und wollte unbedingt der Erste am Morgen sein:-) Wir machten uns also auf die Suche nach dem Weg. Nach kurzer Zeit fanden wir ihn dann. Der Weg begann mit recht flachen Stufen die mit der Zeit dann richtige Stufen wurden. Als ich auf einer Stufe „150“ eingeritzt sah, wurde mir klar, dass es wohl so weiter gehen wird. Und so war es dann auch. Der gesamte Weg hoch zum Leuchtturm war aus Stufen. Um genauer zu sein, es sollen 758 Stufen sein. Ich persönlich habe nicht mitgezählt, weil ich zu viel mit mir selbst beschäftigt war. Aber ich glaube das kommt wirklich gut hin.

Muss das sein?!

Ich kann mir wirklich schöneres vorstellen als morgens früh um kurz vor 5 so viele Stufen zu laufen. Naja aber da war noch ein weiteres Problem. Schon als wir 20 Minuten vorher am Campground losgefahren waren hatte der Himmel eine deutlich rote Färbung. Die Sonne war also bereits dabei aufzugehen. Als wir dann also auf den Stufen waren, wurde es schon immer heller und dieser Zeitdruck im Nacken war alles andere als schön. Ich habe Michel oft vorgeschickt und gesagt er soll doch ohne mich hochgehen, ich komme dann irgendwann nach (haha, klar). Aber darauf wollte er sich nicht einlassen, er kennt mich eben!

Entschädigung für all die Stufen

Also nichts wie weiter, immer weiter die Stufen hoch bis es nicht mehr Weiter geht. Als wir dann oben angekommen sind wurden wir für alles entschädigt. Es war wirklich klasse, den Sonnenaufgang von dort oben zu sehen. Auch das Wetter spielte super mit. Wir hatten also alles richtig gemacht. Aber macht euch am besten selbst ein Bild davon.

Nachdem wir die Stufen ein zweites mal hinter uns gebracht haben fuhren wir zurück auf den Campingplatz. Dort gab es dann für uns noch ein ausgiebiges Frühstück während die Mädels ihre Sachen zusammen packten. Wir hatten ihnen gesagt, das wir sie noch bis zu unserem nächsten Stopp in Gisborne mitnehmen können. Da sagten sie natürlich nicht nein, und waren ganz froh, dass sie sich darüber keine Gedanken machen müssen wie sie weiter kommen. Wir haben Sie dann noch auf einen Kaffe und ein Toast eingeladen und nachdem alles gespült war haben wir uns dann auf den Weg nach Gisborne gemacht.

Gisborne

Was gibt es über Gisborne zu erzählen? Naja eigentlich nicht besonderes viel. Wir konnten hier wieder kostenlos zwei Nächte auf einem Parkplatz in der Stadtmitte verbringen. Das war echt super, denn so hatten wir die Möglichkeit zu Fuß in die Stadt zu kommen und Arthur konnte sich etwas ausruhen. Wir  bummelten also durch die Straßen, kauften uns einen Weihnachtsbaum und Weihnachtsdeko. Und Michel ging nach langer Zeit mal wieder zu einem Barber. Was ich persönlich super in Gisborne fand, war die öffentliche Dusche. Diese war sauber und kostete nur 2$ ausserdem gab es dort auch Toiletten, die auch sehr sauber waren.

Lake Waikaremoana

Ach ja Lake Waikaremoana, diesen schönen großen See kennen wir ja bereits aus 2014. Damals hatten wir uns gesagt,  falls wir mal wieder kommen, übernachten wir hier oben auf dem Campingplatz. Und so war es dann auch.

Aber ersteinmal mussten wir die Schotterstraße hinter uns bringen. Mit dem eigenen Auto ist das dann doch nochmal etwas anderes, als mit einem Mietwagen. Arthur hat es aber echt gemeistert diese steinigen und kurvigen Straßen hinter sich zu bringen. Als wir oben angekommen waren, haben wir dann bei dem Campingplatz eingecheckt und diesen für 2 Nächte gebucht. Der Platz ist allerdings recht treuer.

In der I Site wurde uns gesagt, dass am See ein großes Waldstück für Kiwis ist. Hier wurden 1993 24 Kiwis gezählt. Mittlerweile leben dort aber wieder 50 Paare mit 50-70 Kindern. Wir hoffen, das auch andere Kiwi Schutzprojekte so erfolgreich sind und das es bald wieder mehr Kiwis gibt.

Vom Platz aus gingen auch einige Walks ab, die wir dann natürlich auch in Anspruch nahmen. Das war wirklich klasse. Eine tolle Aussicht und dann noch Walks machen, wo man meint es sei schon Ewigkeiten her das hier jemand entlang gelaufen ist. Abends bekamen wir dann wieder mal Besuch von uns recht gut bekannten Plagegeistern. Mal wieder waren Sandflies unterwegs, so das es für mich nicht möglich war draußen zu sitzen ohne eine Unmenge an Stichen zu riskieren. Ich bin wirklich sehr froh, das es diese Biester in Deutschland nicht gibt. Ich war also wie ihr euch bestimmt denken könnt recht froh, als wir nach den beiden Tagen nach Napier fuhren.

Der Bericht zu Napier kommt dann in den nächsten Tagen und hier kommen noch ein paar Bilder aus Waikaremoana.

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2 Replies to “Zum Sonnenaufgang ans Eastcape”

  1. Camping in Neuseeland muss herrlich sein 😉 Schöne Bilder und das hochquälen der Stufen hat sich doch gelohnt!
    Ganz viel Spaß euch da unten noch!
    Viele Grüße
    Mel

  2. Danke für diese traumhaft schönen Erinnerungen. Dabei wird mir aber bewußt, ich muss endlich meine Neuseeland-Abendteuer ins WellSpa-Portal bringen 🙂

    Genießt das andere Ende der Welt.
    Liebe Grüße
    Katja

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