Von Sydney über Eden nach Melbourne

Take a step - Australien - Eden - Sydney - Melbourne

Nachdem wir die letzte Nacht auf einem freien Campground südlich von Sydney verbracht haben geht es für uns wieder weiter in den Süden. Da wir langsam zusehen müssen das wir nach Melbourne kommen sind wir direkt knapp 550 km in den Süden gefahren, genauer gesagt nach Eden.

Ankommen in Eden

Nach gut 6 Stunden Fahrt erreichten wir Eden. Wir sind bevor wir zum Campground fahren noch einkaufen gegangen. Als wir alles was wir brauchen würden in den Wagen gelegt und an die Kasse gegangen waren wurden wir von der freundlichen Kassiererin direkt in ein Gespräch verwickelt. Das ist in Australien einfach so. Alle sind so freundlich und wollen wissen wo du her kommst und wie es dir gefällt. Hier war es genauso. Wir wurden direkt darauf hingewiesen, dass sich das ganze Dorf auf das Walfestival vorbereitet und wir es nicht verpassen sollen.

Über diese Info haben wir uns natürlich sehr gefreut, denn genau das ist es, was wir möchten. Wir möchten Tipps von Locals bekommen, und wenn wir dann noch ein „Dorffest“ miterleben können ist das natürlich super. Am Abend haben wir uns dann eine Kleinigkeit gekocht und die „Campingplatz eigenen“ Kangaroos beobachtet. Es war schön mal wieder Kangaroos zu sehen die so zarm sind. Erst als wir am nächsten Morgen den Camper bereit zur Abfahrt gemacht haben, haben wir gesehen das es mehr Kangaroos sind als wir dachten. Zwei der Kangaroos hatten nämlich Baby’s in ihren Beuteln. Zu goldig. Michel hat auch ein paar Fotos gemacht. Das war wirklich toll.

Walfestival in Eden

Nachdem dann alle Fotos gemacht waren, haben wir uns einen Parkplatz gesucht. Das war schon nicht mehr so leicht, da fast alle Straßen voll waren mit Autos die an der Seite parken. Wir sind dann den Berg noch etwas runter gefahren und haben dort geparkt. Wir sind den parkenden Autos und den Stimmen gefolgt und schließlich an der Hauptstraße angekommen.

Als wir dann da oben standen wussten wir nicht so ganz was uns erwartet. Während unserer Parkplatz Suche haben wir mehrere geschmückte Festwagen gesehen, die am Straßenrand darauf warteten loszufahren. Jetzt standen wir aber dort oben an der Straße und ein LKW nach dem andern fuhr mit Kindern belanden und hupend an uns vorbei. Schon ein komischer Anblick. Manche der Kinder waren mit Wasserpistolen bewaffnet und erfrischten so die umherstehende Masse. Zwischendurch kamen dann doch noch die Festwagen und die ein oder andere Tanzgruppe. Auch ein Pirat war dabei. Nachdem der Umzug plötzlich endete ging die gesamte Masse den Wagen hinterher den Hügel runter.

Unten im Hafen war dann ein richtiger Festplatz mit mehreren Essenständen und Live Musik. Wir haben uns das alles eine Weile angeschaut, sind dann aber doch wieder zurück zum Camper gegangen da wir keine Geldbeutel mitgenommen haben . Auf dem Weg zum Auto konnten wir dann noch den ein oder andern Cache suchen. Wir wollen ja schließlich unsere Statistik aufbessern.

Immer weiter in den Süden

Ja irgendwann müssen wir auch weiterfahren. In einer App haben wir gesehen, das es einen Pub gibt bei dem man kostenlos stehen kann. Man hat dort Strom und eine heiße Dusche. Und das alles für umme?! Konnten wir nicht glauben also nichts wie hin. Als wir am frühen Abend an dem Pub ankamen haben wir uns ersteinmal an die Bar gesetzt und geschaut was es denn zu Essen gibt.

Einer der Barkeeper sagte uns, das es in einer halben Stunde eine andere Karte mit dem Abendessen gibt. Also haben wir die Zeit genutzt und sind an den Strand gegangen der direkt vor der Tür lag. Als wir später wieder in die Bar gingen wurde es dort langsam immer voller. Wir hatten uns gedacht, das wir hier eine Kleinigkeit essen und dann fragen wollen wie es mit dem kostenfreien Stellplatz so aussieht. So ungefähr war es dann auch. Nachdem jeder ein Bier getrunken hat, haben wir uns dann noch etwas zu Essen bestellt. Als wir dann bezahlt haben, fragen wir nach dem Stellplatz. Wie es sich rausstellte haben wir direkt den Richtigen gefragt.

Ein Kostenloser Stellplatz?

Wir hatten unser Auto auf dem Parkplatz des Pubs geparkt und gingen davon aus, das wir die Nacht dort verbringen würden. Aber nein, ganz so war es dann doch nicht. Kevin, der Chef der Bar, führte uns zu einem Platz auf den wir unseren Camper stellen konnten. Wir gingen an ganz vielen andere Campern vorbei. Auch mehrere Wohnwagen standen dort, die ein richtiges Lager eingerichtet haben. Davon waren wir dann doch überrascht. Hierbei handelt es sich um ein ganzes Grundstück das zum Campen genutzt wird. Einfach eine super Sache 🙂

Kevin zeigte uns unseren Stellplatz und führte uns dann in den Container Bau der direkt neben dem Stellplatz war. Darin war eine wirklich große, vollausgestattete Küche. Im nächsten Raum dachten wir, jemand hätte wie Mr. Bean die Wände streichen wollen. Überall waren bunte Farbspritzer, Farbkanister und Pinsel hingen an allen Wänden. Doch auch dann öffnete Kevin noch eine Tür. Ein großer Raum voll mit Hochbetten. Er bat uns an, das wir auch gerne in einem der Betten schlafen können. Kevin erzählte uns, das er aus dem Containerblock eine Art Hostel machen möchte. Naja etwas Arbeit war noch zu machen aber es sah schon sehr gut aus. Als wir sagten das wir am nächsten Morgen wieder los wollen sagte er, wir können bleiben so lange wir möchten. Wenn an dem Wochenende nicht eine Band im Pub aufgetreten wäre, so hätte Kevin mit uns sogar eine Nachwanderung unternommen um uns ein paar spannende Tiere zu zeigen.

Letztendlich sind wir dann zwei Nächte dort geblieben. Das war wirklich eine tolle Sache, ich hoffe so eine Unterkunft werden wir noch öfter finden. Der Pub ist am Lake Tyers Beach gelegen und heißt Water Wheel Beach Tavern. Mittlerweile ist auch der Dorm für die Backpacker geöffnet, das könnt ihr euch hier anschauen.

 

Wohin als nächstes?

Als ich vom abwaschen wieder zum Camper gegangen bin war Michel mit dem Nachbar des Camps am sprechen. Er hat ihn gefragt wo wir her kommen und was unsere Pläne sind.:-)  Michel hat ihm gesagt, dass wir jetzt weiter in den Süden möchten. Der nette Mann sagte, wir sollen uns überlegen ob wir nicht nochmal in den Norden fahren möchten, nur knapp eine Stunde Fahrt von hier. Dort soll es einen super schönen Strand geben, an dem man auch schon schwimmen kann.

Wir haben uns dazu entschlossen wieder in den Norden zu fahren, dort ein paar schöne Stunden zu verbringen und dann wirklich in den Süden. Wir waren also auf dem Weg Richtung Norden auf dem Highway, hörten gute Musik und hatten viel spaß. Plötzlich kam uns ein Polizeiauto mit Blaulicht entgegen. Im Rückspiegel sahen wir, dass sie Mitten auf der Straße einen U Turn machten. Also ist Michel schnell an den Seitenrand gefahren um sie passieren zu lassen.

Doch zu unserer Überraschung stieg der eine der Polizisten aus und kam direkt an unser Auto. Michel kurbelte sein Fenster runter und der Polizist fragte ob er einen Führerschein hat und weiß, wie schnell er hier fahren darf. 100 Kmh antwortete Michel, jupp genau. 100 Kmh dürfen wir fahren. Die 127 Kmh die wir gefahren sind waren einfach zu schnell! Mist und das in Australien.

Also, das Fazit von dieser Geschichte ist, schau wirklich immer wie schnell du fährst. Keiner von uns beiden hatte mitbekommen, das wir so schnell unterwegs gewesen sind. Dieses „Unvorsichtig“ sein hat uns letztendlich 428$ gekostet, ausserdem hätte Michel in Australien 1 Monat lang nicht fahren dürfen und er hat 4 Punkte im Australischen „Flensburg“.

Naja auf den Norden hatten wir jetzt auch keine Lust mehr, wir drehen also um und rasten in den Süden.

Wilson Promontory National Park

Das war unser endgültiges Ziel für diesen Tag. Nachdem Michel einfach keine Lust mehr hatte Auto zu fahren, musste ich über meinen Schatten springen und den Rest des Weges fahren. Diese Nacht wollten wir dann auf einem freien Campground ziemlich am Anfang des Parks übernachten. Da haben wir uns  dann etwas umgeschaut und uns nach einem kurzen Toilettencheck dazu entschlossen doch noch weiter in den Park zu fahren. Dort gibt es einen ausgewiesenen Campground und man kann sogar Wombats sehen. Die einzigen Wombats die wir bisher gesehen haben, lagen leider am Straßenrand.

Ganz in der Nähe des Campingplatzes sollte es dann auch noch eine Day use area geben, bei der man wohl gut übernachten kann. Wir stellten uns also auf den Parkplatz und machten uns auf eine Entdeckungstour.

Wombats Hautnah

Nach nur ein paar Minuten sahen wir einen Wombat. Damit hätten wir so schnell wirklich nicht gerechnet. Wir sind eigentlich eher davon ausgegangen, dass wir sie wenn überhaupt mit viel Glück in der Dämmerung oder Nachts sehen. Als wir dann den dritten und vierten Wombat sahen, wurde uns klar das man sie nicht nur in der Dämmerung sieht.

Als es dann wirklich langsam anfing zu dämmern verzogen wir uns wieder in unseren Camper und fingen an das Abendessen zu kochen. Nachdem jeder von uns seine Portion auf dem Teller hatte klopfte es plötzlich an den Camper. Michel öffnete die Tür und da stand er auch schon. Der Ranger wollte uns darauf aufmerksam machen, dass wir hier nicht stehen dürfen und uns auf den Campingplatz stellen sollen. Die Kosten für den Campingplatz sollten wir dann einfach am nächsten Morgen bezahlen, wenn das Büro geöffnet ist. Das war wirklich ein super Tag für uns, erst das teure Treffen mit der Polizei und dann auch noch das. Man muss aber dazu sagen, dass sowohl der Polizist als auch der Ranger ausgesprochen freundlich waren. Wir durften sogar noch unser Abendessen genießen und sollten uns erst danach irgendwo auf dem Campground einen Platz suchen. Also wenn eine Day use Area nicht wirklich als Übernachtungsplatz gekennzeichnet ist, lasst es besser:-) Auch wenn es bei dem ein oder anderen geklappt hat.

 

Tidal River Camping and Caravan Park

Nachdem wir fertig gegessen hatten, spülten wir unser Geschirr dann an der Spülstation des Platzes, wenn wir schon dafür bezahlen, dann können wir es auch nutzen. Am nächsten Morgen habe ich dann erfahren, dass in der Nacht scheinbar ein Wombat gegen unser Auto gelaufen ist, ob das wirklich so war oder Michel schlecht geträumt hat das weis ich nicht 🙂

Auf jeden Fall mussten wir uns so auch keine Gedanken machen wo wir Duschen können, da wir ja eh dafür bezahlen. In der App die wir nutzen um Campingplätze zu finden, haben wir gesehen, dass dieser Platz ca. 56 $ kostet unpowerd! Also wieder extrem viel Geld! Ich habe mir also vorgenommen extra ausgiebig zu duschen. Da wir schon mal auf nem richtigen Campingplatz sind nutzen wir das halt auch richtig aus. Der Platz hat nämlich auch mehrere Waschmaschinen und Trockner, also waschen wir noch unsere Wäsche. Naja das waschen war schnell erledigt aber das trocknen dauerte dann doch Ewigkeiten. Wir haben den Trockner mehrmals angestellt, doch scheinbar war es unserer Wäsche egal, denn sie wollte einfach nicht trocknen.

In der Zwischenzeit gingen wir dann ins Büro, um unser Nacht auf dem Platz zu bezahlen. Die Dame schaute uns etwas mitleidig an und sagte uns das es etwas teurer wird. Wir wusseten ja das es 56$ kostet, was soll also noch passieren.  Dummerweise war an diesem Wochenende Melbourne Cup, und da gelten auf dem Platz andere Preise! Mist, wir mussten also für die nacht 62,30$ bezahlt! Unglaublich, ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen soll.

Den Park erkunden

Direkt am Campingplatz starten mehrere Walks, einen davon wollten wir auch machen, dick angezogen machten wir uns also auf den Weg zum Pillar Point. Von dort oben hat man echt einen super Weitblick. Wir haben es sehr genossen uns auf den großen Felsen den Wind um die Nase wehen zu lassen. In der Entfernung konnten wir dann sehen wo es überall schon regnete. Wir konnten beinahe miterleben wie es um uns herum immer mehr zuzog. Immer dunklere Wolken und immer mehr Wind. Davon gibt es unten ein wirklich kurzes Video. Das war schon spannend. Naja aber wir haben uns dann doch lieber auf den Rückweg gemacht.

Nachdem der Trockner fertig war, und die Wäsche immer noch feucht war haben wir einfach alles großflächig auf dem Bett im Camper verteilt und haben den Campingplatz so schnell es ging verlassen. Wir hatten uns im Vorfeld schon einige Caches rausgesucht die wir auf dem Weg gerne finden wollten. Also nichts wie los. Immer wieder parkten wir also kurz am Straßenrand um neue Dosen zu bergen. Das hat soweit auch echt gut geklappt. Da hat sich wirklich einer Gedanken gemacht und viel Mühe gegeben.

Kurz bevor wir dann aber wirklich den Park verlassen haben, hatten wir noch einen Zwischenstopp an einer Art Lichtung gemacht. Denn dort standen auf einmal mehrere Emus dicht an der Straße. Die haben sich von den Autos nicht wirklich stören lassen.

Wir haben also direkt angehalten und ein paar Fotos gemacht. Natürlich habe wir auch versucht die Tiere zu streicheln. Aber so zahm waren die dann aber doch nicht… War sicherlich auch gut so.

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Das war dann doch mal ein guter Abschluss für die letzten Tage. Jetzt machen wir noch einen kurzen Abstecher und dann geht es direkt nach Melbourne.

hier noch ein kurzes Video

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