Cape Reinga, Bay of Islands und wieder mal Whangarei

Cape Reinga

 

Die ersten Tage in unserem Camper Arthur haben wir, nach dem ein oder anderen Missgeschick, gut hinter uns gebracht. Nachdem wir uns den Waipoua Forst angeschaut haben geht es für uns nun weiter in den Norden.

Der bis jetzt beste Campingplatz

Die nächsten Tage geht es für uns also immer weiter in den Norden. Unser Ziel ist Cape Reinga, dies ist bei den Maori ein sehr bedeutender Ort. Das Cape ist wunderschön und gerade wenn man im Hinterkopf hat, was dieser Ort für die Ureinwohner Neuseelands bedeutet. In der Religion und dem Glauben der Maori wandern die Seelen der Verstorbenen den 90 mile Beach entlang nach Norden. Dort verlassen die Verwandten dann diesen mystischen Ort um in Ihre Heimat zu reisen. Das ist einfach wunderschön, und daher ist dieser Ort so speziell.

Auf dem Weg an die nördlichste Spitze Neuseelands haben wir den bisher besten Campingplatz auf unserer Reise. Dieser befindet sich fußläufig vom 90 Mile Beach entfernt. Er kostet inkl. Strom so viel wie der Platz im Waipoua Forest, allerdings ist es ein sehr gepflegter Platz. Die Sanitär Gebäude sind neu, sauber und sehr gepflegt. Außerdem gibt es hier eine voll ausgestattete Camp Kitchen und mehrere BBQ’s, welche auch noch mal von den Angestellten sauber gemacht werden. Natürlich sollte das jeder selbst machen, aber das ist leider meistens die Ausnahme.

Die Nähe zum Strand wollten wir uns natürlich nicht nehmen lassen, also haben wir uns auf den Weg gemacht und sind ein bisschen am Strand spazieren gegangen. Da dieser Strand zum offiziellem Straßennetz gehört, gehören Autos am Strand hier der Normalität an, was für mich allerdings nie normal sein wird. Abends haben wir dann die BBQs genutzt und gegrillt. Wir haben uns allerdings auch schon darauf gefreut, am nächsten Morgen nach Cape Reinga zu fahren.

Da wir unser Fleisch in Neuseeland meistens bei Mad Butcher holen (die haben echt gute Angebote und das beste Fleisch) hatten wir vom Vortag noch Hackfleisch übrig. Die verkaufen das nämlich meistens nur in 1 KG Beuteln. Also gab es an dem Abend bei uns wieder Hackfleisch und Salat. Das war lustig, denn Michel steht so am Grill und brät alles an, da kommt von hinten eine Stimme: „was, schon wieder Hack?“ 🙂 das war die Familie aus Deutschland die wir im Wipoua Forest schon getroffen haben. Und klar, die glauben jetzt dass wir nur Hack essen:-)

Der Nördlichste Punkt Neuseelands – Cape Reinga

Nach gut 2 Stunden kurvenreicher und hügeliger Fahrt haben wir unser Tagesziel erreicht. Das lautet nicht wie ihr wahrscheinlich denkt Cape Reinga, nein es ist die Tapotupotu Campsite. Diese befindet sich allerdings ganz in der Nähe vom Cape. Als wir 2014 schon mal am Cape waren hatten wir ja eine Tour gebucht. Und alle Tourenanbieter machen an der Day Use Area einen halt um dort das Mittagessen zu verteilen. Auch damals hat es uns in dieser besagten Bucht sehr gut gefallen, und wir wussten schon das es hier einen Campingplatz gibt.  Also haben wir hier unser Lager aufgeschlagen. Da wir uns am nächsten Morgen den  Sonnenaufgang am Cape anschauen wollten, sind wir schon recht früh ins Bett gegangen. Wir wussten nicht, wann die Sonne aufgehen würde, also haben wir uns den Wecker auf 4. 30Uhr gestellt und dann ging es los.

Im Dunkeln ging es dann also die Schotterstraße hoch zum Cape, dort angekommen hatte ich schon ein seltsames Gefühl. Der Parkplatz dort oben war menschenleer, nur ein anderes Auto parkte dort, das war schon irgendwie komisch. Wir schnappten und also unseren bereits mit Camera und Go Pro gepackten Rucksack und marschierten los. Ganz alleine an so einem magischen Ort. Von der Sonne war noch nichts zu sehen, das war wirklich unbeschreiblich schön. Je mehr sich die Sonne sehen lies, desto mehr andere Leute kamen um sich den Sonnenaufgang anzusehen. Wie es aussah zeigen wir euch natürlich gerne schaut hier:

Die „Toiletten Frau“

Als wir wieder am Auto waren, haben wir erstmal unser Bett wieder zusammen gebaut und dann haben wir ausgiebig gefrühstückt. Irgendwann hielt dann ein Auto vor den Toiletten, die Frau die das Auto gefahren hat kam dann direkt auf uns zu und fragte uns, wo wir die letzte Nacht geschlafen hatten. Wir sagten ihr, das wir unten in der Bucht auf dem Campingplatz übernachtet haben und zeigten ihr die „Quittung“. Damit war die Sache für sie erledigt und sie ging an das nächste Auto. Dieses Auto gehörte 4 deutschen Mädels, wir hatten sie am Abend schon bei uns auf dem Campingplatz gesehen, also gingen wir davon aus, dass es bei Ihnen genau so läuft wie bei uns. Aber das war nicht so, die Mädels hatten scheinbar nicht bezahlt, also mussten sie die Campinggebühr direkt bei ihr Zahlen.

Ausserdem haben wir von anderen gehört, dass es 200$ Strafe kostet wenn man an einem Platz campt, auf dem es nicht erlaubt ist. Die Mädels hatten also noch Glück, schließlich glaubte die Frau ihnen, das sie auf dem Campingplatz geschlafen haben. Also ihr Lieben, es wird jeder Campingplatz bezahlt, auf dem man steht und es wird nur da gecampt, wo es erlaubt ist! Sonst wird es für jeden teuer, auch für den, der die Plätze bezahlt. Und Leute ganz ehrlich, der Ort ist etwas besonderes, hier einfach zu stehen und am besten noch seinen Müll neben dem Auto liegen zu lassen, das geht einfach nicht.

Bay of Islands

Nach diesem sehr interessanten Morgen ging es dann für uns in die Bay of Islands. Hier haben wir uns für zwei Nächte auf einem Campingplatz eingebucht. Dieser Platz ist in Waitangi, wo 1840 der Vertrag zwischen den Briten und den Maoris geschlossen wurde. Quasi wurden hier die Grundpfeiler für das Neuseeländische Grundgesetz gelegt. Wir haben uns vorgenommen uns diesen geschichtsreichen Ort am letzten Tag vor der Abfahrt in den Süden anzuschauen. Nachdem wir uns auf dem Campingplatz eingerichtet haben, haben wir uns auf den Weg nach Paihia gemacht. Nach gut 20 Minuten Fußweg hatten wir unser Ziel dann erreicht.

Wir sind also einfach mal nur durch das Städtchen geschlendert und haben in dem ein oder anderen Laden einen Stopp gemacht. Das war auch mal schön einfach nur etwas durch die Läden zu bummeln.

Am nächsten Tag sind wir dann zum in Waitangi geblieben, wir wollten uns schließlich anschauen wo der Vertrag geschlossen wurde. Als wir an dem Gebäude ankamen ist uns direkt aufgefallen, das dort nicht wie überall sonst Preislisten hängen. Das fanden wir schon etwas seltsam. Nach kurzer Zeit kam dann einer der Angestellten auf uns zu, diese wurde dann auch direkt  gefragt, wieviel Eintritt es kostet. Wir sind fast umgekippt, es sollte 40$(!) pro Person(!) kosten. Unglaublich, das haben wir dann leider nicht machen können, weil wir es einfach für zu teuer empfanden. Wirklich sehr schade, wir hätten es gerne gesehen, aber nicht für den Preis.

Dann ging es für uns zurück zu Arthur und gemeinsam fuhren wir Drei mit der Fähre nach Russel. Als wir letztes mal in diesem Ort übernachtet haben habe ich gesehen, das es dort eine „richtige“ Bäckerei mit gutem Brot gibt. Das wollten wir uns nicht nochmal entgehen  lassen. Leider war die Bäckerei schon geschlossen als wir ankamen, es hat nicht sollen sein. Dafür haben wir uns allerdings Fish & Chips gegönnt. Die waren sehr gut=) Wir haben uns dann auch hier nochmal umgeschaut und vom Steg aus nach Russell geschaut. Weit in der Ferne konnten wir dann sehen, wie der Himmel immer dunkler wurde, auch vereinzelt tauchten Blitze auf. Dem schlechten Wetter sind wir also noch gut entkommen.

Camping in der Bucht

Nach einer mehrstündigen Fahrt, erreichten wir dann unser Ziel für die Nacht. Dieses sollte in einer schönen Bucht liegen. Den besten Campingplatz haben wir schon gekürt, dieser Stellplatz ist für mich bis jetzt der beste kostenlose Stellplatz. Er ist super schön gelegen und liegt in einer ruhigen Bucht. Hier standen auch ein paar Einheimische. Unser Standnachbar war mit seiner Tochter unterwegs und hat am Abend ein schönes Feuer direkt am Strand gemacht.

Am nächsten Morgen haben wir dann nach dem Frühstück die Sonne genossen und uns ein wenig verbrannt. Michel hat sich sogar getraut ins kalte Meer zu gehen. Dieses hatte angeblich nur 18 grad, was wirklich keine Schwimmbad Temperatur ist. Aber Michel wollte sich nicht abbringen lassen, schließlich wollte er auch mal seine Tauchmaske ausprobieren. Doch nach gut 10 Minuten war es für ihn genug und er kam wieder raus. Jetzt musste er erstmal wieder aufwärmen. Also legten wir uns nochmal hinter Arthur in die Sonne.

Die Familie wächst – Treffen mit Arthurs Schwester

Das war wirklich ein sehr entspannter Tag. Leider mussten wir uns aber wieder auf den Weg nach Whangarei machen. Wir mussten wieder zur Dumpstation um unseren Abwassertank zu leeren. Als wir auf die Dumpstation zu fuhren habe ich zu Michel gesagt: „Schau mal da stehen wir!“ Ja, ihr denkt bestimmt „Charly spinnt mal wieder!“ Aber nein, da stand ein Ford Econovan Maxi, der fast genau so aussah wie Arthur. Nur das dieser keine Solaranlange hatte und keine Antenne auf dem Dach. Wir haben uns alle richtig gefreut, eine anderen Econovan zu sehen. Der andere Camper gehörte einem Pärchen aus Schweden. Wir haben uns dann eine ganze Weile wirklich nett mit Ihnen unterhalten und gegenseitig die Camper begutachtet, wie richtige Camper eben. 😉

Nach kurzer Zeit haben wir dann herausgefunden, dass wir sie in unseren ersten Tagen mit Arthur in Auckland gesehen haben. Sie fuhren da direkt vor uns, auch da haben wir uns schon freundlich gewunken und uns gefreut uns zu sehen. Da wir uns nicht wieder auf den Parkplatz der I Site stellen wollten, haben wir uns dazu entschlossen die kommende Nacht wieder auf dem schönen Platz in Whangarei Heads zu verbringen. Diesmal war auch viel weniger los als das letze mal und die Schweden kamen dann auch nach einer Weile und stellten sich neben uns. So konnte Arthur neben seiner verschollenen Schwester schlafen.

Das nennt man wohl eine gekonnte Familienzusammenführung. Wir hoffen, das wir die andern auf der Südinsel wieder treffen, denn es war wirklich net.

Wie es mit unserer Reise weiter geht könnt ihr in den nächsten Tagen lesen.

Bis dahin Eure Charly

2 Replies to “Cape Reinga, Bay of Islands und wieder mal Whangarei”

  1. Das ist wieder mal ein wunderbarer Bericht von euch Beiden.
    Ich weiß, ich wiederhole mich Charly, aber Du solltest ein Buch schreiben.
    Alles liebe euch Beiden.

    1. Vielen dank für die Blumen, ich hoffe das euch auch die nächsten Berichte gefallen 🙂
      Das mit dem Buch sollte ich mir überlegen, aber Ich glaube das lasse ich Michel machen
      Liebe grüße

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