Touristen Stadt ohne Touristen Kaikoura

Nachdem wir eine ruhige Nacht in Scargill verbracht haben, ging es für uns weiter nach Kaikoura. Wir fuhren also wieder knapp 100 KM in den Norden. Je weiter wir in Richtung Kaikoura kamen, umso seltsamer fühlte ich mich. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, doch mit dem Gedanken im Kopf dass hier vor nicht allzu langer Zeit ein schweres Erdbeben war, reist es sich dann doch irgendwie anders.

Seltsame Stimmung – Kaikoura

Wir kamen Kaikoura immer näher und die Straßen hatten hier und da Risse. Ich dachte immer, dass jeden Moment ein riesiger Riss in der Straße auftaucht oder, dass wir sonstige große Schäden sehen. Doch so kam es nicht, jedenfalls noch nicht. Als wir an der Küste die Straße nach Kaikoura entlang fuhren wurden die Schäden dann aber doch sichtbarer. Das war wirklich  unglaublich. Wir sahen wie ganze Tunnel teilweise eingestürzt waren.

An der Staßenseite in Richtung Berg standen unzählige Container, welche die Straße vor herabfallendem Geröll schützen sollten. Die meiste Zeit war die Straße nur einseitig befahrbar und mit Ampeln geregelt. Es war wirklich beeidruckend, erschreckend und ernüchternd, diese riesigen Geröllberge zu sehen und sich klarzumachen, welch Kräfte gewirkt haben müssen um das anzurichten.

Im Internet hatten wir gesehen, dass es hier gleich mehrere Plätze gibt, an welchen man Campen kann. An den meisten Plätzen mussten wir aber leider vorbei fahren, da diese gesperrt waren. Wir fuhren also erst nach Kaikoura rein und parkten Arthur auf einem zentralen Parkplatz. Als wir die Hauptstraße in Richtung I-Site entlang gingen kam da dieses komische Gefühl wieder.

Du läufst vorbei an Häusern die fast dem Erdboden gleichgemacht wurden. Häuser die direkt daneben stehen haben teilweise nicht den kleinsten Riss. Jedes Gebäude konnte getroffen werden, keiner war sicher. Und es stehen wahnsinnig viele Bauzäune in der ganzen Straße. Als wir die I-Site erreicht hatten sahen wir die Ausmaße auch hier. Ein Eingang war komplett gesperrt, da dort so viele Risse im Boden waren und die Treppen nicht begehbar waren.

Normalität?

In der I-Site selbst waren leider keine Informationen ausgehängt auf der ersichtlich war, was alles zerstört ist. So wollten wir gerne den Ohau Stream Walk machen und uns die kleinen Robben Babys anschauen die im Wasserfall planschen. Aber leider erfuhren wir erst bei genauem Rückfragen, dass der Weg wegen der Erdbebenschäden geschlossen ist.

Sicher, auch wenn das Erdbeben schon ein paar Wochen her ist, hat hier jeder noch so viel mit sich selbst, Freunden, der Familie und dem Job zu tun, dass es sicher noch Monate braucht bis hier wieder ein wenig Normalität Einzug hält.

Schlafen in Kaikoura

Kurz darauf gingen wir zurück zu Arthur, und fuhren dann zu einem der  freien Campgrounds die noch intakt waren. An der I Site wurde uns bestätigt, das dieser der Einzige in der Umgebung ist, der momentan genutzt werden kann. „Meat Works Campsite“ war wegen gewissen Straßen Sperrren nicht ganz so gut mit dem Navi zu erreichen,  doch nach ein bisschen rumgegurke haben wir den Platz dann erreichen können. Er war direkt am Meer, wir standen quasi mitten in den Dünen und genossen den Ausblick. Abends sind wir dann ein wenig am Strand auf und ab gegangen und haben dabei den ein oder anderen Seehund gesichtet. Zurück an Arthur wurde dann das Abendessen gekocht, und wir konnten uns wieder etwas aufwärmen. Denn nach unserem Spaziergang am Meer waren wir schon etwas ausgekühlt.

Wir saßen also in Arthur und wärmten uns wieder auf und aßen Abendbrot, während die meisten unserer Nachbarn immer noch damit beschäftigt waren ihren Gaskocher zum laufen zu bringen. Am Meer mit einem Gaskocher ist man eben leider immer aufgeschmissen. Wir haben die Zeit in Arthur genossen, der Wind hat uns immer ein wenig hin und her geschaukelt und wir hatten es schön warm. Je dunkler es draussen wurde umso stärker kam uns der Wind vor. Kurzerhand wurde also alles schnell zur Seite geräumt, bzw gut festgehalten während Michel Arthur umdrehte, damit er nicht so windanfällig ist. Das haben wir dann auch gelernt. Immer mit der Front zum Meer stehen. Denn wenn der Wind nachts vom Meer her bläst und gegen die super „windschnittige“ Heckklappe peitscht, dann wackelt das ganze Auto.

Ruhigere Nächte

Ja auf die haben wir gehofft, denn wie schon gesagt, die letzte Nacht am Meer war schon etwas aufregend. Es war ziemlich windig und so wurden wir in Arthur immer hin und her geschaukelt und wenn es so windig ist, ist es ja leider auch meistens sehr laut im Camper. Wir habe uns dazu entschlossen die nächsten beiden Nächte auf dem Kiwi Holiday Park zu verbringen. Zum einen wegen der Annehmlichkeit einer warmen Dusche, zum anderen hat uns die Sonne in den letzten Tagen auch etwas im Stich gelassen und unsere Elektrogeräte brauchten dringend Strom.

Kaum waren wir angekommen wurden wir freundlich begrüßt und man erklärte uns, was zu tun ist, falls die Sirene ertönt und wie sie sich anhört. Nachbeben waren auch zu dieser Zeit noch gut möglich, schließlich war das große Erdbeben ja erst 9 Wochen her.

Auf dem Campingplatz hatten wir dann wirklich ruhige Nächte. Wir haben die Zeit dort schon ziemlich genossen. Besonders die Campkitchen war gut eingerichtet und wir haben uns dazu entschieden uns mal wieder ein Brot zu backen. Diesmal allerdings im richtigen Backofen und in der Backform. Eigentlich wollten wir uns im Supermarkt in Kaikoura neues Brot und co. kaufen. Wegen der schlechten Anbindung war das alles aber sehr teuer. Da kostet so ein Toastbrot schon mal das Doppelte wie normal. Das gleiche übrigens wie mit dem Benzin, auch dieses war bis dahin der teuerste preis. Soweit ich mich erinnere 2,19$, wir werden mal gucken ob wir die Tankunterlagen noch irgendwo haben.

Peninsula Walk

Nachdem wir die Tage auf dem Campingplatz verbracht hatten und den ein oder anderen walk gemacht haben, machten  wir an unserm letzten Tag den Kaikoura Peninsula Walk. Das Wetter war dafür einfach super. Wir stellen Arthur auf dem Parkplatz in der nähe der I Site ab, denn dort startete der Walk. Nachdem wir eingecremt waren, uns Wasser abgefüllt hatten und und in Arthur alles vorbereitet hatten konnten wir uns dann auf den Weg begeben. (Hier kannst du dir die Informationen für den Walk anschauen)

Start des Peninsula Walks in Kaikoura

Robben, Robben, nichts als Robben

Haben wir Robben gesehen? Ja, da waren wirklich sehr viele Robben zu sehen. Alle hatten Angst, dass die Tiere nach dem Erdbeben nicht mehr nach Kaikoura zurück kommen. Diese Angst war offensichtlich unnötig. Es waren wirklich sehr viele Robben die wir an diesem Tag gesehen haben. Schaut euch einfach diese Bilder an. Ich denke dazu muss ich dann auch nichts mehr sagen, denn diese Bilder sagen mehr als 1000 Worte.

Kaikoura Peninsula Walk

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Als wir nach dem Walk wieder an Arthur ankamen waren wir froh uns wieder hinsetzen zu können. Als wir dann hinten an unserem Tisch saßen um die Wanderschuhe gegen Flip Flops zu tauschen sahen wir, dass irgendetwas mit der Batterie sein muss, denn diese zeigt an, dass sie leer ist. Allerdings hatten wir Arthur ja die letzten Tage am Strom hängen und haben die Batterien aufgeladen.

Da wir da jetzt eh nichts dran ändern konnten fuhren wir wieder auf den Scargill Domain Campgroud und bezahlen 5$ für die Nacht mit heißer Dusche und richtiger Toilette.

Wie es mit Arthur’s Batterie weiter geht, könnt ihr bald hier erfahren.

Bis dahin alles Gute euch,

eure Charly

 

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