Neuseeland – Die Fahrt nach Kaikoura über Umwege und Hamner Springs

Neuseeland Hamner Springs

Nachdem die letzten Tage in den Marlborough Sounds so schlechtes Wetter war und keine Besserung in Sicht war, haben wir uns dazu entschieden die nächsten Tage einige Kilometer in den Süden zu fahren. Auf geht es nach Kaikoura über Hamner Springs

 Arthur die kleine Rennmaschine

Ja, das war er da wohl. Neuseeland ist ja gar nicht mal so klein.

Wegen der Sache mit der Gasflasche hatten wir ja nun doch ein paar Tage Zeit verloren die wir jetzt irgendwie wieder reinholen wollten. Außerdem passte uns das Wetter der letzten Tage ja nicht wirklich und da das Solar Panel keine Sonne abbekommen hat wurde es Zeit das wir Strecke machen, denn die Batterien von Arthur laden sich schließlich nicht von alleine auf (ausser bei Sonne natürlich).

Wir fahren also weiter in Richtung Süden, das Wetter ist immer noch unverändert. Das heißt es regnet und ist recht diesig. Also ein wirklich guter Tag um ein paar Kilometer zu fahren. Wir fahren  also quer durch Neuseelands Südinsel bis zu den Nelson Lakes.

Wenn Dir deine Nationalität peinlich ist…

Als wir auf dem Stellplatz für die Nacht ankommen, ist es schon wieder Dunkel. Es ist ziemlich kalt, nass und ungemütlich draußen. Ich kletter schnell nach hinten in den Wohnbereich und beginne zu kochen als Michel den Stellplatz bezahlen will. Ich sehe wie er draussen steht und sich mit anderen, wie sich später herausstellt, Deutschen unterhält. Und dann kommt er auch schon wieder und sagt mir, dass es keine Registrierungsunterlagen mehr da sind. Während ich koche schaut Michel immer wieder raus und sieht irgendwann den Ranger kommen. Es ist ein DOC Campground, Nelson Lakes Freedom Carpark. Mitten im Grünen.

Er geht also schnell raus um sich beim Ranger anzumelden. Als er wieder reinkommt erzählt er mir, was er gerade mitbekommen hat. Als er draußen war hat er zu den anderen Deutschen, die dort grade unter dem Dach der Information gerillt haben gesagt, dass er gerade den Ranger gesehen hat. In genau diesem Moment sind zwei der vier jungen Deutschen im Toilettenhäuschen verschwunden. Daraufhin meldeten die beiden übrig gebliebenen Jungs nur 2 anstatt 4 Personen für die Übernachtung an – Das geht doch irgendwie garnicht. So ist es meiner Meinung nach kein Wunder, wenn die Deutschen dort bald nicht mehr gern gesehen sind.

So ist das eben

Wie kann man denn bitte so sein? Man bekommt die Möglichkeit dort zu übernachten und hat auch eine Toilette vor Ort und dann versteckt man sich wegen 8$ pro Person auf der Toilette? Wenn man soviel Geld für die Flüge ausgibt, dann kann man ja wohl auch seine Übernachtung bezahlen.

Am nächsten Morgen kamen dann zwei Personen, die die Toilette sauber gemacht haben und den Müll entsorgt haben. Als wir dann gefahren sind standen die Toiletten wieder voll mit prall gefüllten Müllsäcken. Das ist wirklich schade, denn Müll entsorgen kann man fast wirklich an jeder Ecke. Es ist uns in solchen Momenten so peinlich auch zu diesen Touristen / Reisenden / oder wie auch immer wir uns nennen wollen, zu gehören!

Wir haben den Platz aber sehr genossen. Er ist wirklich mitten im Grünen und man kann ein paar schöne Walks direkt vom Platz aus machen.

Ab über Hamner Springs – Das Epizentrum des letzten Erdbebens

Unser nächstes Ziel ist Kaikoura, doch das ist nicht mehr so leicht zu erreichen. An dem Tag an dem wir unseren Camper Arthur gekauft haben, hat es in der Nacht ein sehr großes Erdbeben auf der Südinsel gegeben. Sehr stark hat es damals Kaikoura erwischt. Die kleine Stadt lebt hauptsächlich vom Tourismus doch leider ist sie momentan nur recht umständlich zu erreichen, denn die beliebte Küstenstraße von Blenheim bis nach Kaikoura ist seitdem unbefahrbar. Es wird sehr hart gearbeitet um die Straße wieder befahrbar zu machen. Allerdings ist noch nicht klar, wann die Straße wieder befahrbar sein wird.

Auf dem Weg dorthin machen wir hier und da einen Fotostop. Doch ansonsten fahren wir eigentlich durch. Wir fahren durch Hanmer Springs, wo das Epizentrum des Erdbebens war. Es war schon ein komisches Gefühl. Aber es waren viel los. Die Stadt ist auch recht gut zu erreichen und man sieht von dem Erdbeben nicht so viel.

Wir fahren weiter in Richtung Kaikoura. In den Apps die wir immer für unsere Planung verwendet haben, fanden wir einen Platz zum Übernachten der auf unserem Weg lag und sogar duschen hatte. Also genau das richtige für uns. Dieser Platz befand sich in Greta Valley und hieß „Scargill Domain“ wir fuhren eine lange Einfahrt entlang bis wir auf einem großen Grundstück mit großem Sportplatz und zwei Gebäuden ankamen.

Neuseeland – Scargill Domain Campground

Wir haben uns einen schönen Platz ausgesucht wo wir mit Arthur gut stehen konnten und haben uns dann kurz umgeschaut. Dann wurde uns auch wieder gezeigt, dass wir Kaikoura immer näher kamen. Denn in jedem Gebäude hing ein Zettel der einem zeigte ob die Häuser sicher sind. In einem der Gebäude waren je eine Dusche für Männer und eine für Frauen, dort gab es dann auch die Toilette (sogar mit Spülung). Für 5$ die Nacht pro Fahrzeug also wirklich super. Leider wurde auch hier trotz vieler Schilder das man es nicht machen soll der Müll einfach liegen gelassen. Unter anderem Krombacher Flaschen…:-)

Naja also der Platz ist auf jeden Fall ganz gut. Hier gibt es zwar nicht viel. Aber immerhin die Möglichkeit zu duschen und eine einigermaßen saubere Toilette zu benutzen. Und da wir ja nicht immer auf die sehr teuren Campingplätze wollen, trifft sich das ganz gut.

Und 5 Dollar pro Auto ist auch perfekt. Der DOC am Tag zuvor hatte ja 8 Dollar pro Person gekostet.

Für die Fahrt nach Kaikoura haben wir leider ziemlich wenige Fotos. Aber eigentlich haben wir sehr viel gefilmt. Ich glaube in den nächsten Tagen schneiden wir mal was zusammen und dann kommt der Film noch einmal extra.

Und weiter geht die Fahrt nach Kaikoura.

Auf dem Weg sieht man leider immer mehr von dem Erdbeben. Straßen sind umgeleitet. Oder gar nicht mehr vorhanden. Große Risse in den Straßen müssen überbrückt werden. Uns ist etwas mulmig. Selbst Arthur hat diese Ausmaße in seinen 25 Jahren noch nicht erlebt. Aber er bringt uns sicher ans Ziel. Und dann sind wir da in Kaikoura.

 

Wie es in Kaikoura aussieht und was wir dort alles erleben kommt dann die nächsten Tage.

 

Liebe Grüße

 

Charly und Micha

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